Du siehst sie überall an diesem Samstag. Junge Menschen mit Plakaten, die von kaputten Schulen und steigenden Mieten erzählen. Die Generation Z geht auf die Straße. Sie will endlich gehört werden. In Hannover versammeln sich schließlich 5.800 Demonstranten. Es ist eine der größten Aktionen des Tages unter dem Motto «Gen Z regelt». Die Stimmung ist anfangs konzentriert, fast bedächtig. Viele hier sind zum ersten Mal bei so einer Demo dabei.
Ihre Forderungen sind konkret. Sie lesen sich wie eine Checkliste der verpassten Chancen:
- Investitionen in marode Schulen
- Bezahlbarer Wohnraum
- Eine Zukunft ohne Existenzängste trotz Studium
- Verstärkung der sozialen Sicherheitsnetze
- Nachhaltige Umweltpolitik
- Gerechte Bildungschancen für alle
Der 24-jährige Medizinstudent Elias Gleditzsch bringt es auf den Punkt. «Ich habe die Sorge, dass vor dem Ende des Monats das Geld schon alle ist», sagt er. Ein gutes Studium sei kein Versprechen auf Sicherheit mehr. Das spüre ich in vielen Gesprächen. Die Sorge ist greifbar, nicht theoretisch. Selbst die Kirche unterstützt den friedlichen Protest. Landesbischöfin Christina-Maria Bammel fordert in ihrer Predigt, die «Ungeduld» der Jungen ernst zu nehmen.
Doch der Tag hat zwei Gesichter. Während die Demos in Hannover und Göttingen weitgehend friedlich bleiben, kippt die Stimmung in Hamburg. Plötzlich fliegen Steine und Böller. Eine Barrikade brennt. Die Polizei muss die Versammlung auflösen. Dieser Kontrast beschäftigt mich. Protestforscher Christian Welzel hatte es vorhergesagt. Der Halloween-Termin mache es schwierig, ein Vermummungsverbot durchzusetzen. Einige Ladenbesitzer in Hannover hatten vorsorglich ihre Schaufenster vernagelt. Am Ende aber standen in der niedersächsischen Landeshauptstadt keine zerstörten Fassaden, sondern die klare Botschaft tausender junger Leute.
Es ist mehr als nur ein Protesttag. Es ist ein Stimmungsbild. Der Wirtschaftsforscher Marcel Fratzscher äußert Verständnis. Die Jüngeren müssten die Krisen ausbaden, sagt er. Ob aus dieser berechtigten Wut eine nachhaltige Bewegung wird, muss sich zeigen. Die Generation Z hat heute laut gesprochen. Jetzt geht es darum, wer im politischen Alltag wirklich zuhört.
| Forderung | Bedeutung |
|---|---|
| Investitionen in Schulbildung | Verbesserung der Lernbedingungen |
| Bezahlbarkeit von Wohnraum | Lebensqualität für junge Menschen |
| Existenzsicherheit | Reduzierung von Angst und Stress |
| Umweltpolitik | Nachhaltige Zukunft |
| Bildungschancen | Gerechte Verteilung von Ressourcen |
| Politische Mitbestimmung | Stärkung der Stimme der Jugend |