Die gute Nachricht kam gerade erst im April. Der Stuttgarter Flughafen schrieb 2025 wieder schwarze Zahlen. Ein Gewinn von 2,1 Millionen Euro bedeutete eine deutliche Trendwende nach dem Verlust von 6,1 Millionen Euro im Jahr davor. Mehr Passagiere, mehr Flugbewegungen – alles schien in die richtige Richtung zu gehen.
Jetzt, nur sechs Monate später, droht der größte Airport Baden-Württembergs wieder in den roten Bereich abzurutschen. Flughafenchef Ulrich Heppe sagte der Schwäbischen Zeitung, die Fluggastzahlen würden in diesem Jahr leicht sinken. Das Jahresergebnis werde wahrscheinlich wieder negativ sein.
Das ist mehr als nur eine schlechte Nachricht für die Bilanz eines Unternehmens. Es ist ein Signal. Ein Signal dafür, wie fragil die wirtschaftliche Erholung ist. Und ein Signal dafür, welche Probleme direkt vor unserer Haustür liegen.
Heppe nennt mehrere Gründe für diese erneute Wende. Die globale Gemengelage ist schwierig. Der Konflikt im Iran, hohe Kerosinpreise und eine angespannte Weltwirtschaft belasten das Geschäft. Das sind Faktoren, auf die der Flughafen wenig Einfluss hat.
Dann aber kommt ein Grund, der für ihn klar in Deutschland zu verorten ist. Er spricht von zu hohen staatlichen Standortkosten. Diese Kosten, die durch Gebühren und Abgaben des Staates entstehen, seien im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ein echter Wettbewerbsnachteil. Ganz konkret für Stuttgart: Seit 2019 haben sich die staatlich verursachten Kosten laut Heppe um 126 Prozent erhöht. Die Kosten, die der Flughafen selbst zu verantworten hat, seien im gleichen Zeitraum nur um 12 Prozent gestiegen.
Diese Zahlen sind schwer zu ignorieren. Sie werfen eine einfache Frage auf. Wie kann ein regionaler Wirtschaftsmotor wie der Flughafen langfristig erfolgreich sein, wenn ein großer Teil seiner finanziellen Belastung von außen kommt und stark steigt? Die aktuelle Entwicklung erschwere es, so Heppe, ausländische Fluglinien für Deutschland zu begeistern. Das trifft einen Flughafen wie Stuttgart besonders. Er ist kein Drehkreuz wie Frankfurt. Er ist stark auf Geschäftsreisende und Touristen angewiesen, die die wirtschaftsstarke Region und das schöne Baden-Württemberg anfliegen.
Für Sie als Bewohner der Region hat das ganz praktische Konsequenzen. Ein finanziell angeschlagener Flughafen investiert weniger. In modernere Terminals, in bessere Services, in mehr Komfort. Er muss vielleicht Strecken streichen, die nicht profitabel genug sind. Das schränkt Ihre Reiseoptionen ein. Es kann auch bedeuten, dass Tickets teurer werden, wenn die Fluggesellschaften höhere Gebühren an den Flughafen zahlen müssen.
Die Prognose für 2027 sieht Heppe vorsichtig optimistisch. Sie könnte wieder positiver ausfallen. Aber das sei noch ungewiss. Es hänge stark von geopolitischen Entwicklungen und vom Kerosinpreis ab. Also von Faktoren, die niemand sicher vorhersagen kann.
Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass die Stuttgarter Luftverkehrsdrehscheibe auf wackeligem Grund steht. Die globale Unsicherheit tut ihr Übriges. Die Diskussion über die staatlichen Rahmenbedingungen für deutsche Airports wird jedoch lokal geführt werden müssen. Es geht um die Attraktivität unseres Standorts. Es geht um Arbeitsplätze. Es geht um die Anbindung unserer Region an die Welt.
Die schwarzen Zahlen von 2025 waren ein Hoffnungsschimmer. Die drohenden roten Zahlen für 2026 sind eine Erinnerung. Eine Erinnerung daran, dass wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Infrastruktur nicht als gegeben hinnehmen können. Sie muss immer wieder neu erkämpft und gesichert werden.
- Steigende Fluggastzahlen
- Erhöhte staatliche Standortkosten
- Einfluss der globalen Marktlage
- Wettbewerbsnachteile für Stuttgart
- Investitionen in die Infrastruktur
- Zu erwartende Preiserhöhungen bei Tickets
| Jahr | Gewinn/Verlust (in Millionen Euro) |
|---|---|
| 2024 | -6,1 |
| 2025 | 2,1 |
| 2026 | Prognose negativ |
| 2027 | Prognose vorsichtig optimistisch |