Als ich heute Morgen die Nachricht las, fühlte ich mich an ein politisches Pendel erinnert. Die AfD kehrt nach zweijähriger Abstinenz zur Münchner Sicherheitskonferenz zurück. Eine bemerkenswerte Entwicklung in unserer politischen Landschaft. Konferenzleiter Christoph Heusgen öffnet damit eine Tür, die sein Vorgänger Wolfgang Ischinger geschlossen hatte.
Die Begründung für diesen Kurswechsel? Alle im Bundestag vertretenen Parteien sollen teilnehmen können. Es gehe um den demokratischen Diskurs, heißt es. Die AfD-Vertreter Rüdiger Lucassen und Gerold Otten werden erwartet. Noch vor zwei Jahren begründete Ischinger den Ausschluss mit der «fundamental antiwestlichen Haltung» der Partei. Die Ukraine-Positionen der AfD waren damals ausschlaggebend. «Ich kann doch nicht Herrn Putin de facto kritisieren und gleichzeitig Leute einladen, die in die gleiche Kerbe hauen», erklärte er damals.
Bei einem Kaffee mit einem befreundeten Sicherheitsexperten diskutierten wir kontrovers. Er meinte: «Demokratie muss auch schwierige Stimmen aushalten.» Ich erinnerte an die fortdauernde Putin-Nähe vieler AfD-Vertreter.
Die Entscheidung spiegelt ein Dilemma wider: Ausgrenzung oder kritische Einbindung? Die Konferenz bleibt ein Seismograf unserer politischen Kultur. Während ich diese Zeilen schreibe, frage ich mich, ob mehr Dialog tatsächlich zu mehr Verständigung führen kann.