Die politische Stimmung in Sachsen erlebt gerade einen interessanten Wandel. Bei meinem morgendlichen Kaffee im Dresdner Café studierte ich die neuesten Umfragewerte. Die AfD verliert zwar an Zustimmung, bleibt aber weiterhin stärkste Kraft im Freistaat. Eine bemerkenswerte Entwicklung, die viele Fragen aufwirft.
Nach der jüngsten INSA-Umfrage erreicht die AfD derzeit 32 Prozent – ein Rückgang von drei Prozentpunkten seit April. Die CDU folgt mit 30 Prozent auf dem zweiten Platz. Das BSW von Sahra Wagenknecht etabliert sich mit 15 Prozent als dritte Kraft. Bei einem Gespräch mit Anwohnern in Leipzig spürte ich die gemischten Gefühle. «Die Extreme verlieren an Reiz, aber die Unzufriedenheit bleibt», meinte eine Passantin.
Auf meinem Weg durch sächsische Kleinstädte beobachte ich oft die politischen Diskussionen in Gaststätten. Die Stimmung ist angespannt. SPD (7 Prozent), Grüne (5 Prozent) und Linke (4 Prozent) kämpfen um ihre Relevanz. Letzte Woche traf ich einen langjährigen CDU-Wähler, der erstmals mit dem Gedanken spielte, BSW zu wählen – ein Phänomen, das nicht selten vorkommt.
Die Landtagswahl am 1. September wirft ihre Schatten voraus. Was bedeuten diese Zahlen für Sachsens Zukunft? Politikwissenschaftler sprechen von einer «Normalisierung nach dem AfD-Höhenflug». In meinen 15 Jahren als Kulturjournalistin habe ich selten eine so polarisierte Stimmung erlebt. Und doch bleibt die Hoffnung auf einen konstruktiven demokratischen Dialog – gerade in unserer vielfältigen sächsischen Heimat.