Die Staubwolke über Albstadt hat sich kaum gelegt, schon wabern die Gerüchte durch die Stadt. «Ein Gasleck sei schuld an der Explosion«, hörte ich gestern auf dem Wochenmarkt. Doch nun folgt das offizielle Dementi: Bürgermeister und Albstadtwerke weisen solche Spekulationen entschieden zurück.
Was wirklich geschah, bleibt vorerst im Dunkeln. Die Untersuchungen laufen auf Hochtouren. «Wir bitten die Bevölkerung, von Vermutungen abzusehen und die Arbeit der Experten abzuwarten«, erklärte Oberbürgermeister Klaus Konzelmann bei der gestrigen Pressekonferenz. Seine Stimme klang angespannt, die Sorgenfalten tief ins Gesicht gegraben. Die Stadtverwaltung steht unter Druck. Betroffene wollen Antworten.
Während meines Besuchs in der Innenstadt spürte ich die Verunsicherung der Menschen. Eine ältere Dame fragte mich, ob sie ihre Gasheizung nutzen könne. Ein Ladenbesitzer berichtete von sinkenden Kundenzahlen seit dem Vorfall. Die Angst geht um. Die Stadtwerke versichern derweil: «Unser Gasnetz ist sicher.» Die Techniker überprüfen dennoch alle Leitungen im betroffenen Gebiet.
Der Vorfall erinnert mich an ähnliche Situationen, in denen Gerüchte die Realität überholten. In unserer vernetzten Welt verbreiten sich Spekulationen schneller als Fakten. Die Explosion von Albstadt mahnt uns: In Krisenzeiten brauchen wir Geduld und Vertrauen in die offiziellen Untersuchungen – auch wenn die Wahrheit manchmal länger auf sich warten lässt als erhofft.