Dortmunds neuer Altkleider-Abholservice ist seit Februar in Betrieb und zeigt bereits beachtliche Resonanz in der Bevölkerung. Die Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) hat diesen Service eingerichtet, um Bürgern eine bequeme Möglichkeit zu bieten, ungewollte Textilien umweltgerecht zu entsorgen.
«Die Nachfrage übertrifft unsere Erwartungen», erklärt EDG-Sprecherin Petra Hartmann. «In den ersten vier Wochen haben wir bereits über 200 Abholtermine durchgeführt.» Der Service funktioniert denkbar einfach: Dortmunder Bürger können bis zu drei Säcke mit Alttextilien zur kostenlosen Abholung anmelden.
Die Anmeldung erfolgt telefonisch unter der EDG-Servicenummer 0231/9111-111 oder online über das EDG-Kundenportal. Nach erfolgreicher Terminvereinbarung stellen Bürger ihre Altkleider in durchsichtigen oder gut beschrifteten Säcken am vereinbarten Tag vor 7 Uhr morgens an die Straße. Ein separates EDG-Fahrzeug sammelt die Textilien dann ein.
«Wir nehmen alle Arten von Textilien an – von Kleidung über Bettwäsche bis hin zu Schuhen und Stofftieren», erläutert Hartmann. «Wichtig ist nur, dass die Textilien sauber und trocken sind.» Verschmutzte oder nasse Textilien können nicht recycelt werden und müssen über den Restmüll entsorgt werden.
Was viele nicht wissen: Jährlich fallen in Deutschland etwa 1,3 Millionen Tonnen Alttextilien an. Davon kann ein Großteil wiederverwertet werden. In Dortmund landeten bisher schätzungsweise 40 Prozent der Alttextilien im Restmüll – eine Verschwendung wertvoller Ressourcen.
Nach der Abholung werden die Textilien in den EDG-Recyclinghöfen sortiert. Gut erhaltene Kleidungsstücke gehen an soziale Einrichtungen oder Second-Hand-Läden. Nicht mehr tragbare Textilien werden zu Putzlappen, Dämmmaterial oder anderen Produkten weiterverarbeitet.
Der neue Service ergänzt die bereits vorhandenen Entsorgungsmöglichkeiten. Nach wie vor können Bürger ihre Altkleider auch selbst zu den städtischen Recyclinghöfen bringen oder die rund 120 Altkleidercontainer im Stadtgebiet nutzen.
Stadtrat Thomas Weber sieht in dem neuen Angebot einen wichtigen Schritt: «Mit dem Abholservice machen wir es den Bürgern noch leichter, ihre Altkleider dem Recyclingkreislauf zuzuführen. Das schont Ressourcen und reduziert Abfall.»
Die Initiative passt zur Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Dortmund, die bis 2030 den Restmüll pro Einwohner um 25 Prozent reduzieren will. Altkleider stellen dabei einen bedeutenden Faktor dar. Durch die fachgerechte Sammlung und Verwertung können wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen werden.
Anwohnerin Maria Schmidt aus Hörde zeigt sich begeistert: «Ich habe den Service letzte Woche genutzt und war positiv überrascht, wie unkompliziert alles ablief. Drei Säcke mit alten Kinderklamotten und Bettwäsche, die jahrelang im Keller lagen, sind jetzt sinnvoll entsorgt.»
Die EDG plant, den Service bei anhaltender Nachfrage auszubauen. «Momentan bieten wir Abholtermine an zwei Tagen pro Woche an», sagt Hartmann. «Wenn der Bedarf weiter steigt, können wir die Kapazitäten erhöhen.»
Für die umweltbewusste Entsorgung von Alttextilien gelten einige einfache Regeln: Die Textilien sollten sauber, trocken und in Säcken verpackt sein. Stark verschmutzte, feuchte oder mit Chemikalien verunreinigte Textilien gehören in den Restmüll.
Die EDG weist darauf hin, dass durch den Abholservice keine zusätzlichen CO2-Emissionen entstehen, da die Touren in die bestehende Logistik integriert wurden. «Unsere Fahrzeuge sind ohnehin in den Stadtteilen unterwegs. Die Altkleiderabholung haben wir effizient in bestehende Routen eingebunden», erläutert Hartmann.
Mit dem neuen Service positioniert sich Dortmund als Vorreiter in Sachen Textilrecycling im Ruhrgebiet. Andere Städte wie Essen und Bochum beobachten das Dortmunder Modell mit Interesse und erwägen ähnliche Angebote.
Für Dortmunder Bürger ist der Service eine willkommene Ergänzung zur Sperrmüllabholung, die ebenfalls kostenlos angeboten wird. Die kombinierte Nutzung beider Dienste erleichtert besonders bei Umzügen oder Haushaltsauflösungen die umweltgerechte Entsorgung.