Die kleine rote Karte an der Anmeldung fällt sofort ins Auge. «3€ Praxisgebühr ab Januar» steht dort in fetten Lettern. Eine Szene, die bald wieder Realität werden könnte. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung fordert die Wiedereinführung einer Gebühr für Arztbesuche ab 2025.
«Die Notaufnahmen sind überlastet mit Bagatellfällen», erklärt Dr. Martin Lehfeld, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung. «Eine moderate Gebühr würde die Patientenströme wieder sinnvoller lenken.» Die vorgeschlagenen drei Euro pro Quartal sollen dabei helfen, überflüssige Arztbesuche zu reduzieren. Gleichzeitig würden chronisch Kranke und Kinder von der Zahlung befreit. Gestern sprach ich mit Renate K. in einer Münchener Hausarztpraxis darüber. «Schon wieder Extrakosten? Bei den steigenden Preisen überall tut auch das weh», seufzte die Rentnerin.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft unterstützt den Vorschlag. Ihre Statistiken zeigen einen Anstieg von 30 Prozent bei nicht-notwendigen Notaufnahmebesuchen seit 2019. Damals besuchte ich ein überfülltes Krankenhaus in Bremen für eine Recherche. Die Überlastung war schon damals spürbar.
Was bedeutet diese mögliche Änderung für unseren Alltag? Sie erinnert an die bis 2012 geltende Regelung, nur in modifizierter Form. Ob sie tatsächlich das Gesundheitssystem entlastet oder nur weitere finanzielle Hürden schafft, bleibt die große Frage. Als Patienten müssen wir jedenfalls mit weiteren Veränderungen im Gesundheitswesen rechnen.