Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am gestrigen Nachmittag im Essener Stadtteil Werden. Ein PKW durchbrach den Zaun des örtlichen Friedhofs und kam erst auf dem Friedhofsgelände zum Stehen. Der Vorfall löste einen größeren Einsatz von Polizei und Rettungskräften aus.
Gegen 15:30 Uhr verlor der Fahrer eines schwarzen Mercedes in einer Kurve die Kontrolle über sein Fahrzeug. Nach Angaben von Augenzeugen war das Auto mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Der Wagen kam von der Straße ab, durchbrach den Metallzaun des Friedhofs und beschädigte mehrere Grabsteine, bevor er zum Stillstand kam.
«Es war ein lauter Knall, dann sah ich den Wagen durch den Zaun brechen», berichtet Anwohnerin Maria Schmidt, die den Unfall von ihrem Fenster aus beobachtete. «Zum Glück waren zu diesem Zeitpunkt keine Besucher in diesem Bereich des Friedhofs.»
Der 43-jährige Fahrer erlitt leichte Verletzungen und wurde vom Rettungsdienst zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Die Polizei prüft nun, ob Alkohol oder andere Faktoren bei dem Unfall eine Rolle gespielt haben könnten. Ein vorläufiger Atemalkoholtest vor Ort zeigte erhöhte Werte an.
Die Friedhofsverwaltung schätzt den entstandenen Sachschaden auf etwa 15.000 Euro. Neben dem Zaun wurden vier Grabsteine beschädigt sowie mehrere Bepflanzungen zerstört. Der Friedhofsbereich wurde vorübergehend abgesperrt.
Pfarrer Johannes Weber von der angrenzenden Kirchengemeinde zeigte sich betroffen: «Es ist sehr traurig, dass ein solcher Unfall den Frieden dieser Ruhestätte stört. Wir werden mit den betroffenen Familien sprechen, deren Gräber beschädigt wurden.»
Die Stadtverwaltung Essen kündigte an, den Zaun schnellstmöglich zu reparieren. Bis dahin bleibt der betroffene Bereich des Friedhofs abgesperrt. Die Polizei Essen bittet weitere Zeugen, sich unter der bekannten Rufnummer zu melden.
Es ist nicht der erste Verkehrsunfall in dieser Kurve. Anwohner berichten, dass die Straße am Friedhof als Unfallschwerpunkt gilt. Der Bezirksvertreter Karl Müller fordert nun verstärkte Sicherheitsmaßnahmen: «Wir brauchen hier dringend eine Geschwindigkeitsbegrenzung und möglicherweise zusätzliche Leitplanken.»
Die Polizei wertet nun die Spuren am Unfallort aus. Der Mercedes wurde stark beschädigt abgeschleppt. Gegen den Fahrer wurde ein Verfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs eingeleitet.