Die Idee elektrisiert mich seit dem Frühstück. Jochen Ott, SPD-Spitzenkandidat für die kommende Landtagswahl in NRW, fordert eine Babyprämie von 5000 Euro für jedes neugeborene Kind in Nordrhein-Westfalen. Ein unerwarteter Vorstoß in Zeiten knapper Kassen, der mich aufhorchen lässt.
In seinem Interview bei WDR-Westpol erklärte Ott gestern seine Vision: «Wir brauchen einen Neustart in der Familienpolitik. 5000 Euro für jedes neugeborene Kind wären ein starkes Signal an junge Familien.» Bemerkenswert finde ich seinen Ansatz, Familienpolitik als Zukunftsinvestition zu betrachten. Bei meinem letzten Treffen mit jungen Eltern aus Köln spürte ich ihre Sorgen um Kita-Plätze und steigende Lebenshaltungskosten. Viele fühlen sich vom Staat alleingelassen. Otts Vorschlag würde etwa 830 Millionen Euro jährlich kosten – Geld, das laut ihm direkt in den Familien ankäme. Kritiker aus CDU und FDP bezeichnen die Idee allerdings als «unbezahlbaren Wahlkampfschlager».
Was mich nachdenklich stimmt: Länder wie Frankreich zeigen seit Jahren, wie wirksame Familienpolitik funktionieren kann. Gestern beim Sonntagsspaziergang beobachtete ich junge Familien im Park. Ihre Freude am Zusammensein war spürbar, ihre Sorgen schienen kurz vergessen. Geld allein wird nicht alle Probleme lösen, aber vielleicht könnte Otts Babyprämie ein Baustein für eine familienfreundlichere Gesellschaft sein. Die Debatte hat gerade erst begonnen.