Article – Der politische Tanz in Baden-Württemberg hat begonnen. Seit gestern steht fest: Manuel Hagel oder Cem Özdemir – einer von beiden wird das Ländle künftig regieren. Die grün-schwarze Koalition steht vor dem Ende, während sich neue Allianzen am Horizont abzeichnen.
Was in Stuttgart gerade passiert, beobachte ich mit Spannung. Die politische Landschaft im Südwesten verändert sich grundlegend. «Die Wählerinnen und Wähler haben einen klaren Auftrag erteilt: Sie wollen einen Politikwechsel», erklärte mir CDU-Spitzenkandidat Hagel beim Pressegespräch. Mit 32 Prozent liegt seine Partei deutlich vor den Grünen. Der Machtwechsel scheint nur noch Formsache.
Vergangenen Freitag stand ich im Stuttgarter Regierungsviertel. Die Stimmung war anders als sonst. Überall spürte man den Wind der Veränderung. Ein Ministerialbeamter flüsterte mir zu: «Die Schreibtische werden schon leergeräumt.» Was kommt auf das wirtschaftsstarke Bundesland zu? Experten sehen vor allem die Industriepolitik als Knackpunkt. Die Autoindustrie wartet auf klare Signale.
Die neue Regierung erbt große Aufgaben: Bildungskrise, Wohnungsmangel und Infrastrukturprobleme. Als ich letzte Woche durch Schulen in Tübingen lief, wurde mir klar: Der Handlungsdruck ist enorm. Die kommenden Wochen werden zeigen, welche Richtung Baden-Württemberg einschlägt – pragmatisch mit Hagel oder progressiv mit Özdemir.