In den frühen Abendstunden des gestrigen Tages kam es im Münchner Stadtteil Sendling zu einem gefährlichen Balkonbrand, der ohne das schnelle Eingreifen der Feuerwehr erhebliche Schäden hätte verursachen können. Gegen 19:30 Uhr bemerkten Anwohner Rauch und Flammen, die von einem Balkon im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses in der Lindenschmitstraße aufstiegen.
Die alarmierte Berufsfeuerwehr München rückte mit mehreren Löschfahrzeugen und einer Drehleiter an. «Als wir eintrafen, hatten die Flammen bereits Teile der Balkonverkleidung erfasst und drohten, auf die Fassade und ins Innere der Wohnung überzugreifen», berichtet Einsatzleiter Michael Wagner. Die Bewohner der betroffenen Wohnung hatten das Gebäude zu diesem Zeitpunkt bereits selbstständig verlassen.
Die Einsatzkräfte begannen umgehend mit den Löscharbeiten. Ein Trupp ging unter Atemschutz über das Treppenhaus vor, während parallel ein zweiter Trupp über die Drehleiter den Brand von außen bekämpfte. «Diese Taktik hat sich bewährt. Wir konnten den Brand innerhalb von etwa 15 Minuten unter Kontrolle bringen», so Wagner.
Nach ersten Erkenntnissen war der Brand durch einen technischen Defekt an einer Balkonlampe entstanden. Die Flammen hatten bereits Teile der Holzverkleidung und mehrere auf dem Balkon gelagerte Gegenstände erfasst. Der schnelle Einsatz verhinderte jedoch, dass das Feuer auf die Wohnung übergreifen konnte.
Die Bewohner der betroffenen Wohnung, ein älteres Ehepaar, blieben unverletzt, erlitten jedoch einen Schock und wurden vom Rettungsdienst betreut. «Wir haben plötzlich den Brandgeruch wahrgenommen und dann gesehen, dass unser Balkon in Flammen steht. Zum Glück konnten wir schnell reagieren und die Feuerwehr rufen», erzählt der 74-jährige Bewohner Rudolf Meier.
Während des Einsatzes musste die Lindenschmitstraße für etwa zwei Stunden gesperrt werden. Die umliegenden Wohnungen wurden vorsorglich evakuiert, die Bewohner konnten jedoch nach Abschluss der Löscharbeiten in ihre Wohnungen zurückkehren.
«Dieser Vorfall zeigt wieder, wie wichtig schnelles Handeln bei Bränden ist», betont Branddirektor Thomas Klein von der Münchner Feuerwehr. «Die Bewohner haben genau richtig reagiert, indem sie sofort den Notruf wählten und das Gebäude verließen.»
Der entstandene Sachschaden wird auf etwa 25.000 Euro geschätzt. Die betroffene Wohnung bleibt vorerst bewohnbar, lediglich der Balkon muss umfassend saniert werden. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen zur genauen Brandursache aufgenommen, geht jedoch von einem technischen Defekt aus.
Dieser Balkonbrand war nicht der einzige Einsatz für die Münchner Feuerwehr an diesem Abend. In Neuhausen mussten die Einsatzkräfte zu einem Kellerbrand ausrücken, und in Schwabing löste eine verrauchte Küche einen Feueralarm aus. «Ein durchaus typischer Sommerabend für uns», erklärt Wagner. «Bei warmen Temperaturen und offenen Fenstern werden Brände oft früher bemerkt, was die Chance erhöht, größere Schäden zu vermeiden.»
Die Feuerwehr München nutzt den Vorfall, um Bürgerinnen und Bürger erneut für das Thema Brandschutz zu sensibilisieren. «Besonders auf Balkonen sollte man vorsichtig sein. Elektrogeräte, Grills oder unbeaufsichtigte Kerzen können schnell zu einem Brand führen», warnt Klein. Er empfiehlt allen Münchnerinnen und Münchnern, regelmäßig ihre elektrischen Geräte zu überprüfen und Rauchmelder zu installieren – auch in der Nähe von Balkontüren.
Für die Bewohner des Hauses in der Lindenschmitstraße endete der Abend glimpflich. Nachbarin Gisela Huber (68) zeigt sich erleichtert: «Wir haben alle einen Schrecken bekommen, aber die Feuerwehr war so schnell hier – das war beeindruckend. Ich bin froh, dass niemand verletzt wurde und wir alle in unseren Wohnungen bleiben können.»