In der Nacht zum Sonntag hielt ein Feuer im Hamburger Stadtteil Steilshoop die Feuerwehr in Atem. Auf einem Balkon im vierten Stock eines Mehrfamilienhauses brach gegen 2:30 Uhr ein Brand aus. Das schnelle Eingreifen der Einsatzkräfte und die zügige Evakuierung von 36 Bewohnern verhinderten größere Schäden und Personenverletzungen.
Der Alarm erreichte die Feuerwehrleitstelle kurz nach halb drei in der Nacht. Anwohner hatten Flammen und starken Rauch an der Fassade des Wohngebäudes in der Fehlinghöhe bemerkt. Die Feuerwehr rückte umgehend mit mehreren Löschfahrzeugen und Rettungswagen aus.
«Bei unserem Eintreffen schlugen bereits Flammen vom Balkon bis hinauf zum darüberliegenden Stockwerk», berichtete Einsatzleiter Torsten Meyer. «Wir mussten schnell handeln, um eine Ausbreitung des Feuers ins Gebäudeinnere zu verhindern.»
Die Feuerwehrleute evakuierten insgesamt 36 Personen aus dem betroffenen Gebäudeteil. Viele der überraschten Bewohner konnten nur in Nachthemden und Schlafanzügen das Haus verlassen. In einem bereitgestellten Großraumrettungswagen fanden sie vorübergehend Schutz vor der kühlen Nachtluft, während Sanitäter sie betreuten.
Parallel bekämpften die Einsatzkräfte den Brand von außen über eine Drehleiter und von innen durch einen Löschtrupp. Nach etwa einer Stunde konnten sie «Feuer aus» melden. Der betroffene Balkon wurde vollständig zerstört, die angrenzende Fassade stark beschädigt. Die Wohnung selbst blieb dank der schnellen Reaktion weitgehend verschont.
«Glücklicherweise wurde niemand verletzt», erklärte der Einsatzleiter. «Die Bewohner haben richtig reagiert, indem sie sofort den Notruf wählten und das Gebäude verließen.»
Fast alle Bewohner konnten nach Abschluss der Löscharbeiten gegen 4:15 Uhr in ihre Wohnungen zurückkehren. Lediglich die direkt betroffene Wohnung bleibt vorerst unbewohnbar. Das Bezirksamt Hamburg-Nord stellte für die betroffene Familie eine Notunterkunft bereit.
Die Brandursache ist noch unklar. Experten der Kriminalpolizei haben die Ermittlungen aufgenommen und untersuchen den Brandort. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Sachschaden auf etwa 50.000 Euro.
Der Vorfall zeigt erneut, wie wichtig funktionierende Rauchmelder und schnelle Reaktionen bei Bränden sind. Die Feuerwehr Hamburg nutzt den Anlass, um an die Bedeutung von Fluchtwegen und Brandschutzmaßnahmen in Mehrfamilienhäusern zu erinnern.
«Wir empfehlen allen Bewohnern, sich über Fluchtwege zu informieren und Balkone frei von leicht brennbaren Materialien zu halten», so die Feuerwehr. Besonders in den Sommermonaten steigt die Gefahr von Balkonbränden durch Grills, Kerzen oder unsachgemäß entsorgte Zigaretten.
Der Einsatz in Steilshoop endete für die Feuerwehr am frühen Sonntagmorgen. Die Nachbarschaft zeigte sich beeindruckt von der schnellen und professionellen Hilfe. Mehrere Anwohner brachten den Einsatzkräften spontan heißen Kaffee und belegten Brötchen, eine Geste, die das starke Gemeinschaftsgefühl im Stadtteil widerspiegelt.