Bei der 400-Millionen-Euro-Baustelle des neuen Münchner Justizzentrums ist eine peinliche Planungspanne aufgetreten. Die Gefangenenzufahrt wurde zu eng konzipiert, wie Insider aus dem Bauprojekt bestätigen. Nach aktuellen Berechnungen könnte etwa ein Drittel der Gefangenentransporter Probleme beim Einfahren haben.
«Diese Fehlplanung hätte vermieden werden können», erklärt Rechtsanwalt Michael Bergmann, der seit Jahren Prozesse am Münchner Strafjustizzentrum begleitet. Die ursprünglichen Pläne sahen offenbar eine standardisierte Zufahrt vor, ohne die speziellen Anforderungen moderner Gefangenentransporter zu berücksichtigen. Besonders ärgerlich: Die Planungsfehler wurden erst jetzt entdeckt, obwohl das Projekt seit 2018 läuft. Das Bayerische Bauministerium prüft nun, ob nachträgliche Änderungen möglich sind, ohne den Zeitplan erheblich zu verzögern.
Bereits vor zwei Jahren hatten Justizmitarbeiter auf mögliche logistische Probleme hingewiesen. Wer an Verhandlungstagen vor dem alten Justizgebäude steht, sieht regelmäßig, wie knapp die Transporter durch die Zufahrten manövrieren müssen.
Das Justizzentrum soll trotz der Panne wie geplant 2026 fertiggestellt werden. Für Münchens Justiz bedeutet dies jedoch zusätzliche Planungsunsicherheit. Der Fall zeigt einmal mehr: Selbst bei Großprojekten können grundlegende Funktionsanforderungen übersehen werden.