In der Dresdner Altstadt sorgte am gestrigen Nachmittag eine Bedrohungssituation für einen großflächigen Polizeieinsatz. Nach Angaben der Polizeidirektion Dresden wurde gegen 15:30 Uhr ein Notruf wegen einer bewaffneten Person eingeleitet, die in einem Wohngebäude an der Wilsdruffer Straße mehrere Personen bedroht haben soll.
Der Vorfall mobilisierte umgehend zahlreiche Einsatzkräfte. Mehrere Streifenwagen, Spezialkräfte und ein Verhandlungsteam wurden zum Einsatzort beordert. Die Polizei sperrte aus Sicherheitsgründen einen größeren Bereich rund um das betroffene Gebäude ab, was im nachmittäglichen Berufsverkehr zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte.
Anwohner berichteten von einer angespannten Atmosphäre. «Ich kam gerade vom Einkaufen, als plötzlich überall Polizeiwagen standen. Die Beamten haben uns angewiesen, in den umliegenden Geschäften zu bleiben», erzählte Marion Schulz, die in einer nahegelegenen Bäckerei Schutz suchte.
Nach intensiven Verhandlungen konnte die Situation gegen 17:45 Uhr ohne Gewaltanwendung aufgelöst werden. Die verdächtige Person wurde in polizeilichen Gewahrsam genommen. Über die Art der mutmaßlichen Waffe machte die Polizei zunächst keine Angaben.
«Wir nehmen solche Bedrohungslagen sehr ernst und setzen alle verfügbaren Kräfte ein, um die Situation zu kontrollieren und die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten», erklärte Polizeisprecherin Katja Werner. «Durch das besonnene Vorgehen unserer Einsatzkräfte konnte die Lage ohne Verletzte beendet werden.»
Hintergründe zum Motiv der Tat sind derzeit noch unklar. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und wertet nun Zeugenaussagen aus. Nach ersten Erkenntnissen soll es sich um einen Konflikt im persönlichen Umfeld gehandelt haben.
Der Vorfall reiht sich in eine zunehmende Zahl von Polizeieinsätzen wegen Bedrohungslagen in Dresden ein. Erst vor zwei Monaten musste die Polizei zu einem ähnlichen Einsatz in Striesen ausrücken, bei dem eine Person mit einer Schreckschusswaffe mehrere Passanten in Angst versetzte.
Oberbürgermeister Dirk Hilbert zeigte sich besorgt über die Entwicklung: «Solche Vorfälle belasten das Sicherheitsgefühl unserer Bürgerinnen und Bürger. Wir arbeiten eng mit den Sicherheitsbehörden zusammen, um präventive Maßnahmen zu verstärken.»
Die Anwohner der Wilsdruffer Straße zeigten sich erleichtert über den glimpflichen Ausgang. «Es ist beunruhigend, wenn so etwas in der eigenen Nachbarschaft passiert. Aber die schnelle Reaktion der Polizei hat mir Sicherheit gegeben», sagte Thomas Meier, der den Einsatz von seinem Fenster aus beobachtete.
Die Polizei bittet Zeugen des Vorfalls, sich mit der Kriminalpolizei in Verbindung zu setzen. Besonders Beobachtungen im Vorfeld der Bedrohungssituation könnten für die Ermittlungen wichtig sein.