Dreimal den Schlossberg hoch – bei diesem Gedanken kriegen selbst trainierte Radfahrer weiche Knie. Aber genau das erwartet die Profis bei „Rund um Köln» am 17. Mai. Die 108. Auflage des traditionsreichen Radrennens bringt eine echte Neuerung: Die berühmt-berüchtigte Kopfsteinpflasterpassage am Schloss Bensberg wird dreimal angefahren. Rauf und runter, immer wieder. Ein Bergfest für alle Radsportfans.
Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Besuch dort. Die Atmosphäre war elektrisierend. Tausende Menschen säumten die Strecke, feuerten die Fahrer an. Diesmal dürfte es noch voller werden. Die neue Streckenführung beschert den Zuschauern in Bensberg und Kürten das volle Programm. Bei Kilometer 131, 150 und 168 kommen die Zacken im Profil. 191 Kilometer insgesamt, 1850 Höhenmeter – das ist brutal. „Nur die Besten haben eine Siegchance», bestätigt Moderator Marcel Klöpping, selbst mehrfacher Teilnehmer. Aus den Beneluxländern reisen Radsportverrückte an. Auch Hobbyfahrer können sich noch anmelden für die Jedermann-Rennen. Am Schlossvorplatz wartet ein Bühnenprogramm mit Großbildleinwand. Heimische Gastronomen sorgen für Verpflegung. Die Stadt sucht noch ehrenamtliche Streckenposten, belohnt mit 25 Euro Aufwandsentschädigung.
Was für ein Kontrast zur Alltagshektik auf unseren Straßen. An diesem Sonntag gehört Bensberg den Radfahrern. Die Schloßstraße wird zur Fahrradstraße. Autofahrer sollten einen Bogen machen. Seit 2012 findet das Rennen Mitte Mai statt – wegen des besseren Wetters. Ein kluger Schachzug nach der Schneeabsage 2008.