Die Zukunft der Berliner S-Bahn steht nun fest. Ab Dezember 2027 übernehmen neue Betreiber große Teile des Netzes. Die Unternehmen MTR, Transdev und Alstom haben den Zuschlag für die wichtigen Nord-Süd- und Ost-West-Linien erhalten. Etwa 65 Prozent des gesamten S-Bahn-Verkehrs werden künftig von diesem Konsortium bedient.
Die Deutsche Bahn, die das Netz seit über 100 Jahren betreibt, verliert damit erstmals einen erheblichen Teil ihres Monopols. «Dies ist ein historischer Schritt für den Nahverkehr in Berlin«, erklärte Verkehrssenatorin Ute Bonde. Die neuen Betreiber versprechen moderne Züge und besseren Service. Das Land Berlin erhofft sich durch den Wettbewerb eine höhere Qualität für die Fahrgäste.
Für Pendler bleibt zunächst alles beim Alten. Der Übergang wird schrittweise erfolgen. Die bestehenden Tickets und Tarife bleiben gültig, denn der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg bleibt weiterhin für die Fahrpreise zuständig. Bei meinem Besuch am Bahnhof Friedrichstraße zeigten sich viele Berliner überrascht, aber hoffnungsvoll.
Der Betreiberwechsel wird den Alltag tausender Berlinerinnen und Berliner beeinflussen. Während die Politik von einem «Meilenstein» spricht, bleibt abzuwarten, ob die neuen Betreiber die hohen Erwartungen erfüllen können. Was wirklich zählt, sind am Ende pünktliche Züge und zufriedene Fahrgäste – egal welcher Name auf den Waggons steht.