Auf der Autobahn 66 bei Frankfurt herrschte in der Nacht zum Mittwoch ein gefährliches Chaos. Ein stark alkoholisierter Autofahrer fuhr mehrere Kilometer in falscher Richtung und verursachte dabei mehrere Unfälle. Glücklicherweise wurde niemand ernsthaft verletzt, doch der Vorfall hätte leicht in einer Tragödie enden können.
Der 45-jährige Fahrer aus dem Main-Kinzig-Kreis war gegen 23:30 Uhr an der Anschlussstelle Frankfurt-Miquelallee in falscher Richtung auf die A66 aufgefahren. Mit seinem grauen BMW fuhr er stadtauswärts auf der Fahrspur Richtung Innenstadt. Mehrere Autofahrer mussten dem Falschfahrer ausweichen, um schwere Zusammenstöße zu vermeiden.
«Ich konnte ihn nur noch an den Scheinwerfern erkennen und bin im letzten Moment nach rechts ausgewichen», berichtet eine betroffene Fahrerin, die auf dem Heimweg von der Spätschicht war. «Es war wie in einem Horrorfilm – plötzlich kommen dir Lichter entgegen, wo keine sein dürften.«
Die Polizei erhielt zahlreiche Notrufe besorgter Verkehrsteilnehmer. Mehrere Streifenwagen wurden sofort in den Einsatz geschickt. Gleichzeitig warnten die Behörden über Verkehrsfunk und Navigationssysteme vor der Gefahr.
Trotz der schnellen Reaktion konnte der Falschfahrer nicht gestoppt werden, bevor es zu mehreren Unfällen kam. Insgesamt wurden drei Fahrzeuge beschädigt, als deren Fahrer versuchten, dem entgegenkommenden Auto auszuweichen. Ein weiteres Fahrzeug kollidierte seitlich mit dem BMW des Falschfahrers.
Nach etwa sechs Kilometern endete die gefährliche Fahrt an der Anschlussstelle Eschborn. Dort konnte die Polizei den Fahrer schließlich stoppen und festnehmen. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,8 Promille – mehr als das Dreifache der erlaubten Grenze.
«Der Mann war kaum ansprechbar und konnte nicht einmal gerade stehen», erklärt Polizeihauptkommissarin Melanie Weiß von der Autobahnpolizei Frankfurt. «Es ist ein Wunder, dass bei diesem Vorfall niemand schwer verletzt wurde.»
Gegen den Fahrer wurde ein Strafverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, Fahrens unter Alkoholeinfluss und unerlaubten Entfernens vom Unfallort eingeleitet. Sein Führerschein wurde sofort beschlagnahmt. Ihm drohen nun eine empfindliche Geldstrafe, ein längeres Fahrverbot oder sogar eine Freiheitsstrafe.
Die A66 musste für die Unfallaufnahme und Bergungsarbeiten teilweise gesperrt werden, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte. Erst in den frühen Morgenstunden konnte der Verkehr wieder normal fließen.
Dieser Vorfall reiht sich in die besorgniserregende Statistik der Falschfahrten auf deutschen Autobahnen ein. Nach Angaben des ADAC kommt es jährlich zu etwa 2.000 Falschfahrmeldungen im deutschen Autobahnnetz. Besonders gefährlich sind diese Vorfälle in den Nachtstunden und bei eingeschränkter Sicht.
Die Polizei rät Verkehrsteilnehmern, bei Begegnung mit einem Falschfahrer das Tempo zu reduzieren, die Warnblinkanlage einzuschalten und möglichst rechts zu fahren. Keinesfalls sollte man versuchen, den Falschfahrer durch gefährliche Manöver zu stoppen.
«Wenn Sie einen Falschfahrer bemerken, fahren Sie sofort auf den Standstreifen, schalten Sie die Warnblinkanlage ein und informieren Sie die Polizei«, empfiehlt Hauptkommissarin Weiß. «Jede Sekunde zählt, um andere Verkehrsteilnehmer zu warnen.»
Die Frankfurter Polizei sucht nun nach weiteren Zeugen des Vorfalls, insbesondere nach Personen, die dem Falschfahrer ausweichen mussten oder den Vorfall beobachtet haben.