In der Nacht zum Montag nutzte eine Einbrecherbande den großflächigen Stromausfall in Berlin-Köpenick für eine Serie von Einbruchsversuchen. Die Berliner Polizei konnte dank schneller Reaktion mehrere Taten verhindern und Verdächtige festnehmen.
Der unerwartete Stromausfall, der weite Teile des Südostens der Hauptstadt betraf, schuf ideale Bedingungen für Kriminelle. Während etwa 35.000 Haushalte ohne Strom waren, versagten auch viele Alarmanlagen und Sicherheitssysteme in Geschäften und Bankfilialen.
«Wir haben unsere Streifentätigkeit im betroffenen Gebiet sofort verstärkt», erklärte Polizeisprecherin Janina Schmidt. «Solche Situationen ziehen leider immer auch Personen an, die die Notlage ausnutzen wollen.»
Besonders im Visier der Täter: Geldautomaten einer Bankfiliale in der Bahnhofstraße. Gegen 2:30 Uhr beobachtete eine Streife vier vermummte Personen, die versuchten, in die Filiale einzudringen. Als die Polizei eintraf, flüchteten die Täter in einem dunklen Kombi.
In einem weiteren Fall verhinderten aufmerksame Anwohner einen Einbruch in einen Supermarkt in der Dörpfeldstraße. Sie bemerkten verdächtige Geräusche und alarmierten über Notruf die Polizei.
«Die Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern war vorbildlich», lobt Schmidt. «Viele haben trotz der schwierigen Umstände auf ihre Nachbarschaft geachtet und verdächtige Aktivitäten gemeldet.»
Die Polizei konnte im Laufe der Nacht drei Tatverdächtige im Alter von 23, 25 und 31 Jahren festnehmen. Bei ihnen wurden Einbruchswerkzeuge und Funkgeräte sichergestellt. Die Männer sind der Polizei bereits wegen ähnlicher Delikte bekannt.
Experten der Berliner Polizei weisen darauf hin, dass bei Stromausfällen besondere Vorsicht geboten ist. «Wir empfehlen Geschäftsinhabern, wenn möglich batteriebetriebene Ersatzalarmanlagen zu installieren», erklärt Kriminalhauptkommissar Thomas Weber vom Präventionsteam der Berliner Polizei.
Für Privatpersonen rät die Polizei: Bei längeren Stromausfällen sollten Nachbarn sich gegenseitig unterstützen und auf verdächtige Personen im Wohnumfeld achten. Im Notfall sollte sofort die Polizei unter 110 gerufen werden.
Der Stromausfall in Köpenick wurde durch einen beschädigten Tiefbaukabel verursacht. Techniker der Berliner Stromnetze arbeiteten die ganze Nacht, um den Schaden zu beheben. Gegen 8:30 Uhr am Montagmorgen war die Versorgung in den meisten betroffenen Gebieten wiederhergestellt.
«Die schnelle Reaktion der Polizei zeigt, dass wir auch auf solche Ausnahmesituationen gut vorbereitet sind», betont Innensenatorin Clara Schneider. «Dennoch mahnt dieser Vorfall, wie wichtig funktionierende Notfallpläne für kritische Infrastruktur sind.»
Die Polizei sucht weiterhin nach Zeugen, die in der Nacht verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.