Der winterliche Kälteeinbruch mit Blitzeis hat den Flugbetrieb am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) komplett zum Erliegen gebracht. Seit Mittwochabend können keine Flugzeuge mehr starten oder landen. Diese Situation hat auch direkte Auswirkungen auf Reisende aus Nordrhein-Westfalen, besonders am Flughafen Düsseldorf.
«Wir erleben eine außergewöhnliche Situation», erklärt Flughafensprecherin Sabine Schmidt vom Düsseldorfer Airport. «Alle Verbindungen von und nach Berlin sind bis auf Weiteres gestrichen. Wir empfehlen Reisenden dringend, sich vor der Anreise zum Flughafen über den Status ihres Fluges zu informieren.»
Laut aktuellen Angaben sind allein am Düsseldorfer Flughafen heute 14 Flüge betroffen – acht Abflüge und sechs Ankünfte aus der Hauptstadt. Die Fluggesellschaften versuchen, betroffene Passagiere per SMS oder E-Mail zu informieren und alternative Reisemöglichkeiten anzubieten.
Der Berliner Flughafen kämpft mit extremen Wetterbedingungen. Eine Eisschicht macht die Start- und Landebahnen unpassierbar. «Trotz Dauereinsatz der Winterdienstfahrzeuge ist es nicht möglich, die Betriebssicherheit zu gewährleisten», teilt der BER mit. Auch die Zufahrtswege zum Terminal sind teilweise gesperrt.
Für gestrandete Reisende wurden im Terminal des BER Feldbetten aufgestellt. «Wir tun alles, um die Situation für die betroffenen Passagiere so erträglich wie möglich zu gestalten», sagt BER-Sprecher Jan Müller. Etwa 2.500 Passagiere verbrachten die Nacht am Flughafen.
Auch andere NRW-Flughäfen spüren die Auswirkungen. In Köln/Bonn wurden bisher sechs Flüge nach Berlin gestrichen, in Dortmund sind drei Verbindungen betroffen.
Die Wetterlage soll laut Deutschem Wetterdienst noch bis mindestens Donnerstagabend anhalten. Erst danach könnte eine langsame Entspannung eintreten. «Wir hoffen, den Betrieb am Freitagmorgen schrittweise wieder aufnehmen zu können», erklärt der Berliner Flughafensprecher.
Reisende sollten sich unbedingt bei ihrer Fluggesellschaft informieren, bevor sie sich zum Flughafen begeben. Viele Airlines bieten kostenfreie Umbuchungen auf spätere Termine an. Die Deutsche Bahn hat für betroffene Fluggäste zusätzliche Kapazitäten auf den Strecken zwischen Berlin und NRW bereitgestellt.
Der Wetterdienst warnt zudem, dass sich ähnliche Wetterbedingungen in den kommenden Tagen auch in Teilen von NRW entwickeln könnten. Pendler und Reisende sollten entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen.
«Solche extremen Wetterlagen kommen selten vor, aber wenn sie auftreten, ist die Sicherheit aller Beteiligten das oberste Gebot», betont Verkehrsexperte Michael Weber. «Flughäfen sind komplex und benötigen besondere Sicherheitsstandards, da kann man bei Glatteis keine Kompromisse eingehen.«
Für aktuelle Informationen empfehlen die Flughafenbetreiber, die Apps und Websites der Fluggesellschaften sowie der Flughäfen regelmäßig zu prüfen.