In Berlin haben das Deutsche Rote Kreuz und der ADAC eine gemeinsame Kampagne gestartet, um mehr Menschen zum ersten Mal zur Blutspende zu bewegen. Die Aktion kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt, denn die Blutkonserven in der Hauptstadt werden knapp.
«Wir brauchen täglich etwa 2.000 Blutspenden allein in Berlin und Brandenburg, um die Versorgung der Patienten in den Krankenhäusern sicherzustellen», erklärt Kerstin Schweiger, Sprecherin des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost. Besonders in der Sommerzeit sei die Situation oft angespannt, da viele regelmäßige Spender im Urlaub sind.
Die Kampagne zielt besonders auf junge Menschen ab, die noch nie Blut gespendet haben. «Erstspender sind für uns besonders wertvoll. Wer einmal die Erfahrung gemacht hat, wie einfach und sicher eine Blutspende abläuft, kommt häufig wieder», sagt Schweiger.
Der ADAC Berlin-Brandenburg unterstützt die Aktion mit Informationsständen an verschiedenen Orten in der Stadt. «Blut spenden rettet Leben – das passt perfekt zu unserem Auftrag der Unfallhilfe», betont Karsten Schulze vom ADAC. «Viele Unfallopfer überleben nur dank Bluttransfusionen.»
Bei der Auftaktveranstaltung am Alexanderplatz kamen bereits über 50 Erstspender. Eine von ihnen war die 22-jährige Lehramtsstudentin Marie Schulz: «Ich hatte immer ein bisschen Angst vor Nadeln, aber die Atmosphäre hier ist so entspannt und die Mitarbeiter so freundlich, dass ich mich sofort wohlgefühlt habe. Das war viel einfacher als gedacht.»
Wer Blut spenden möchte, muss mindestens 18 Jahre alt und gesund sein. Vor der Spende werden Blutdruck, Puls und der Hämoglobinwert gemessen. Ein Arzt führt zudem ein kurzes Gespräch, um die Spendefähigkeit festzustellen.
Eine Blutspende dauert nur etwa zehn Minuten. Danach sollten Spender noch etwa 15 Minuten ruhen und etwas essen und trinken. Das DRK sorgt an allen Spendeorten für Getränke und kleine Snacks.
«Viele wissen nicht, dass eine Blutspende nicht nur Leben rettet, sondern auch positive Auswirkungen auf die eigene Gesundheit haben kann», erklärt Dr. Michaela Weber, Ärztin beim DRK-Blutspendedienst. «Der Körper wird angeregt, neue Blutzellen zu bilden. Außerdem erhält jeder Spender einen kleinen Gesundheitscheck.»
Die Blutkonserven werden für verschiedene medizinische Zwecke benötigt: für Operationen, Krebstherapien, bei schweren Unfällen oder für Menschen mit Bluterkrankungen. Da Blut nur begrenzt haltbar ist – rote Blutkörperchen beispielsweise nur 42 Tage – wird kontinuierlich Nachschub gebraucht.
Die gemeinsame Aktion von DRK und ADAC läuft noch bis Ende September. Informationen zu Spendeterminen und -orten gibt es auf der Website des DRK-Blutspendedienstes oder telefonisch unter der kostenlosen Hotline.
«Jeder kann einmal in die Situation kommen, selbst auf eine Blutspende angewiesen zu sein», sagt Kerstin Schweiger. «Deshalb ist es so wichtig, dass möglichst viele Menschen regelmäßig spenden. Und der erste Schritt ist eben die erste Spende.»