Hamburger Straße in Cotta für mehrere Tage voll gesperrt: Brückenneubau schreitet voran
Die Hamburger Straße in Dresden-Cotta wird ab kommenden Montag für mehrere Tage komplett gesperrt. Grund dafür sind die laufenden Arbeiten am Brückenneubau, die nun in eine entscheidende Phase eintreten. Die Vollsperrung stellt Anwohner und Pendler vor neue Herausforderungen.
Der Verkehr in Cotta steht vor einer weiteren Belastungsprobe. Ab Montag, 8:00 Uhr, bis voraussichtlich Freitag, 18:00 Uhr, müssen sich Autofahrer und ÖPNV-Nutzer auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Die Vollsperrung betrifft den Abschnitt zwischen der Kreuzung mit der Osterbergstraße und dem Bereich des Brückenbauwerks.
«Diese Maßnahme ist zwingend notwendig, um die nächste Bauphase sicher durchführen zu können», erklärt Martin Hoffmann vom Straßen- und Tiefbauamt Dresden. «Wir müssen schwere Bauteile einsetzen und benötigen dafür den kompletten Straßenraum.»
Umfangreiche Umleitungen eingerichtet
Für den Autoverkehr sind weiträumige Umleitungen ausgeschildert. Die empfohlene Route führt über die Leipziger Straße, Berliner Straße und Schäferstraße. Auch der öffentliche Nahverkehr ist betroffen. Die Buslinien 70 und 80 werden umgeleitet, mehrere Haltestellen können nicht bedient werden.
«Wir haben Ersatzhaltestellen eingerichtet und zusätzliches Personal im Einsatz, um Fahrgäste zu informieren», sagt Anja Weber von den Dresdner Verkehrsbetrieben. Dennoch müssen Fahrgäste mit längeren Fahrtzeiten rechnen.
Für Fußgänger und Radfahrer bleibt die Querung mit Einschränkungen möglich. Ein provisorischer Überweg wird eingerichtet, kann jedoch zu bestimmten Zeiten aus Sicherheitsgründen gesperrt werden.
Hintergrund des Brückenneubaus
Der Ersatzneubau der Brücke in Cotta ist Teil eines umfassenden Infrastrukturprojekts. Die alte Brücke, die in den 1960er Jahren errichtet wurde, entsprach nicht mehr den heutigen Anforderungen an Tragfähigkeit und Verkehrssicherheit. Bereits seit März laufen die Bauarbeiten.
Die neue Brücke wird deutlich breiter und erhält separate Radwege sowie breitere Gehwege. Zudem wird die Straßenführung angepasst, um den Verkehrsfluss zu verbessern und die Unfallgefahr zu reduzieren.
«Wir bauen hier nicht nur für heute, sondern für die nächsten Jahrzehnte», betont Baubürgermeister Stefan Kühn. «Die neue Brücke wird den wachsenden Verkehrsanforderungen gerecht und erhöht die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer.»
Auswirkungen auf den lokalen Einzelhandel
Die Gewerbetreibenden in Cotta blicken mit gemischten Gefühlen auf die Vollsperrung. «Natürlich merken wir den Rückgang der Laufkundschaft», sagt Bäckermeister Thomas Lehmann, dessen Geschäft nahe der Baustelle liegt. «Aber die Stadt hat uns frühzeitig informiert und wir haben uns darauf eingestellt.»
Um die lokalen Geschäfte zu unterstützen, hat die Stadt gemeinsam mit dem Gewerbeverein eine Informationskampagne gestartet. Große Hinweisschilder weisen darauf hin, dass alle Geschäfte trotz Bauarbeiten erreichbar sind.
Anwohner zwischen Verständnis und Belastung
Die rund 3.000 direkt betroffenen Anwohner reagieren unterschiedlich auf die Baumaßnahmen. Bei einer Informationsveranstaltung im Vorfeld der Vollsperrung zeigte sich eine Mehrheit verständnisvoll.
«Natürlich ist es laut und staubig, aber die alte Brücke musste dringend erneuert werden», meint Anwohnerin Claudia Müller. «Wenn die neue Brücke fertig ist, profitieren wir alle davon.»
Andere Anwohner kritisieren hingegen die Dauer der Gesamtbaumaßnahme. «Erst die monatelange Teilsperrung, jetzt die Vollsperrung – das belastet uns sehr», sagt Rentner Wolfgang Schmidt, der direkt neben der Baustelle wohnt.
Das Straßen- und Tiefbauamt hat eine Hotline für Anwohnerfragen eingerichtet und verteilt regelmäßig Informationsblätter mit aktuellen Hinweisen zum Baufortschritt.
Ausblick auf den weiteren Bauverlauf
Nach der aktuellen Vollsperrung werden die Arbeiten mit einer halbseitigen Sperrung fortgesetzt. Der Verkehr wird dann wieder einspurig an der Baustelle vorbeigeführt. Die Gesamtfertigstellung der neuen Brücke ist für Ende nächsten Jahres geplant.
«Wir liegen trotz einiger unvorhergesehener Herausforderungen im Zeitplan», erklärt Projektleiter Karsten Werner. «Die kommende Woche mit der Vollsperrung ist entscheidend für den weiteren Bauverlauf.»
Die Stadt bittet alle Verkehrsteilnehmer um Verständnis und empfiehlt, den Bereich weiträumig zu umfahren. Wer kann, sollte in dieser Zeit auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen oder alternative Routen nutzen.
Aktuelle Informationen zum Baufortschritt und zu Verkehrseinschränkungen stellt die Stadt Dresden auf ihrer Website und über die Dresden-App bereit.