Wenn Intimität zur Waffe wird, fühlt sich das Internet nicht mehr sicher an. Digitale Gewalt ist längst Realität. Die Bundesregierung will jetzt handeln.
Was vor wenigen Jahren noch undenkbar schien, gehört heute zum Alltag vieler Menschen. Nacktbilder werden ohne Einwilligung verbreitet. Deepfakes manipulieren Gesichter und Körper. Das Justizministerium arbeitet seit Monaten an konkreten Lösungen. Stefanie Hubig von der SPD leitet dieses wichtige Vorhaben.
Die geplanten Änderungen im Strafgesetzbuch haben es in sich. Wer künftig unerlaubt Nacktbilder herstellt oder verbreitet, muss mit Konsequenzen rechnen. Geldstrafen oder bis zu zwei Jahre Haft sind möglich. Auch heimliche Überwachung durch versteckte Sender oder Spyware wird ausdrücklich verboten. „Kriminelle Äußerungen im Internet können auch ohne Klarnamenpflicht verfolgt werden», betont Ministerin Hubig in Interviews.
Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einer betroffenen Freundin. Ihre Verzweiflung war greifbar. Das Gefühl, keine Kontrolle mehr über das eigene Bild zu haben, zermürbt Menschen. Die psychische Belastung ist enorm.
Eine Klarnamenpflicht kommt wohl nicht. Zu groß sind die Bedenken um Datenschutz und Meinungsfreiheit. Stattdessen sollen Provider IP-Adressen offenlegen müssen. Internetzugangsanbieter werden verpflichtet, diese drei Monate zu speichern.
Der Herbst könnte die Wende bringen. Dann entscheidet der Bundestag. Bis dahin prüfen Länder und Verbände die Vorschläge. Digitale Gewalt braucht mehr als Gesetze. Sie braucht gesellschaftliches Bewusstsein und technische Lösungen. Beides muss zusammenkommen, damit Menschen wieder sicher durchs Netz gehen können.