Der Schatten der braunen Vergangenheit scheint manche Ecken unserer Bundeswehr nie vollständig verlassen zu haben. Die jüngsten Ereignisse bei den Fallschirmjägern zeigen dies auf beunruhigende Weise. Neun Elitesoldaten wurden entlassen – wegen rechtsextremistischer Umtriebe, die an dunkle Zeiten erinnern.
Beim Spaziergang durch Berlin gestern dachte ich an die Worte des Heeresinspekteurs Alfons Mais, der einen Aktionsplan angekündigt hat. «Wir werden jeden Winkel ausleuchten und strukturelle Probleme beseitigen«, erklärte er mit ernster Miene. Die Entlassungen betreffen Soldaten des Fallschirmjägerregiments 31 aus Seedorf. Sie sollen rechtsextreme Parolen gerufen und entsprechende Musik gehört haben. Verteidigungsminister Pistorius steht unter Druck. Seit Jahren häufen sich Berichte über rechtsextreme Vorfälle in Spezialeinheiten. Als ich letzten Monat mit einem ehemaligen Zeitsoldaten sprach, bestätigte dieser die besondere Kameradschaftskultur, die manchmal problematische Züge annehmen könne. «Die Abschottung und das Elite-Denken schaffen manchmal eine gefährliche Blase«, meinte er nachdenklich.
Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Högl, fordert konsequentes Durchgreifen und bessere Präventionsarbeit. Die aktuellen Fälle werfen grundsätzliche Fragen auf. Wie viel Traditionsbewusstsein ist gesund? Wo beginnt die gefährliche Verherrlichung? In Zeiten wachsender äußerer Bedrohungen brauchen wir eine Bundeswehr, deren innerer Kompass zuverlässig funktioniert.