Vom Rand des Rasens im Rheinenergiestadion war die Erleichterung förmlich greifbar. Borussia Dortmund beendete gestern seine besorgniserregende Auswärtsmisere mit einem hart erkämpften 2:1 gegen den 1. FC Köln. Nach zuvor vier sieglosen Partien in der Fremde ein dringend benötigter Befreiungsschlag für den BVB. Die Schwarz-Gelben kletterten durch den Erfolg am 18. Spieltag auf den vierten Tabellenplatz.
Der Sieg war ein Spiegelbild der bisherigen Saison: brillante Momente gepaart mit unerklärlichen Schwächephasen. Füllkrugs Führungstreffer nach 23 Minuten zeigte die offensive Klasse. Seine Ballverarbeitung im Strafraum war schlicht erstklassig. Die Kölner Defensive wirkte überfordert gegen die schnellen Kombinationen über die rechte Seite. «Wir haben in der ersten Halbzeit genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten», erklärte Trainer Edin Terzić nach dem Spiel.
Nach der Pause verlor der BVB jedoch komplett den Faden. Die Domstädter kamen zum verdienten Ausgleich durch Selkes Kopfball nach einer präzisen Flanke. Die Stimmung unter den 50.000 Zuschauern kochte. Die «Südkurve» trieb ihre Mannschaft lautstark nach vorne. Der Druck auf die Dortmunder wuchs spürbar mit jeder Minute.
Doch dann die 87. Minute: Joker Malen setzte sich auf der linken Seite durch, sein Pass erreichte den ebenfalls eingewechselten Nmecha, der eiskalt vollstreckte. Die mitgereisten BVB-Fans explodierten förmlich vor Freude.
Dieser Sieg könnte für Dortmund zum Wendepunkt werden. Die Körpersprache und der Zusammenhalt nach dem späten Siegtreffer waren beeindruckend. Die Mannschaft feierte mit den Fans, als wäre bereits ein Titel gewonnen. In einer Saison voller Höhen und Tiefen braucht es manchmal genau solche Momente. Der Kampf um die Champions-League-Plätze bleibt spannend wie selten zuvor.