Frisches Aufatmen im Signal Iduna Park: Nach mehreren Wochen der Ungewissheit gibt es endlich positive Nachrichten über den Gesundheitszustand von Borussia Dortmunds Schlussmann Gregor Kobel. Der Schweizer Nationaltorhüter, der in den vergangenen Wochen aufgrund einer hartnäckigen Muskelverletzung mehrere Spiele verpasste, befindet sich auf dem Weg der Besserung.
Gestern kehrte Kobel zum ersten Mal seit seiner Verletzungspause wieder ins Mannschaftstraining zurück. Bei leichtem Nieselregen absolvierte der 26-Jährige die komplette Einheit und zeigte dabei keinerlei Anzeichen von Beschwerden. «Gregor hat alle Übungen ohne Einschränkungen mitgemacht und wirkte absolut fit», berichtet ein Vereinsinsider, der beim Training anwesend war.
Die Verletzungsgeschichte begann vor etwa einem Monat während eines Champions-League-Spiels, als Kobel nach einer Parade einen stechenden Schmerz im Oberschenkel verspürte. Zunächst wurde mit einer kurzen Ausfallzeit gerechnet, doch die Genesung verlief komplizierter als erwartet. «Bei Muskelverletzungen ist immer Vorsicht geboten, besonders bei Torhütern, die explosive Bewegungen ausführen müssen», erklärt BVB-Mannschaftsarzt Dr. Markus Braun.
In dieser Zeit musste Ersatzkeeper Alexander Meyer einspringen, der seine Aufgabe solide meisterte. Dennoch fehlte dem BVB die besondere Präsenz und Strahlkraft, die Kobel zwischen den Pfosten ausstrahlt. Mit durchschnittlich 3,2 verhinderten Toren pro Saison zählt der Schweizer zu den besten Torhütern der Bundesliga.
Besonders erfreulich: Kobels Stimmung scheint hervorragend zu sein. Nach dem Training scherzte er mit seinen Teamkollegen und nahm sich ausgiebig Zeit für Autogrammwünsche der anwesenden Fans. «Ich fühle mich wieder richtig gut und kann es kaum erwarten, wieder auf dem Platz zu stehen», sagte Kobel gegenüber Vereinsmedien.
Der Zeitpunkt seiner Rückkehr könnte für den BVB nicht besser sein. Mit den anstehenden wichtigen Spielen in Bundesliga und Champions League braucht die Mannschaft ihren Rückhalt. Trainer Edin Terzić plant, Kobel bereits am kommenden Wochenende wieder in den Kader zu berufen. «Wenn die nächsten Trainingseinheiten genauso positiv verlaufen, steht einem Einsatz am Samstag nichts im Wege», so Terzić.
Interessant ist auch der Einblick in Kobels Genesungsprozess. Neben der klassischen Physiotherapie setzte der Torhüter auf spezielles Mentaltraining und unterstützte seine Heilung mit einer angepassten Ernährung. «Gregor ist ein absoluter Profi, der alles dafür tut, um in Bestform zu sein», lobt Torwarttrainer Dennis Schmitt.
Die Fans des BVB können also aufatmen. Ihr «Turm in der Schlacht» kehrt zurück und bringt seine ganze Qualität mit. Mit Kobel im Tor steigen die Chancen der Borussia auf einen erfolgreichen Saisonendspurt deutlich. Die schwarzgelbe Wand kann sich auf weitere Paraden ihres Lieblings freuen.