Die Biergärten leeren sich, die Debatte erhitzt sich. Auf Bayerns politischer Bühne wirbelt derzeit ein markantes CSU-Positionspapier viel Staub auf. Migration begrenzen, steuern und ordnen lautet die Devise, mit der die Partei einen deutlich restriktiveren Kurs einschlagen will. Die Wucht der Forderungen trifft auf eine Gesellschaft, in der die Frage nach dem richtigen Umgang mit Zuwanderung längst zum emotionalen Dauerbrenner geworden ist.
Der 24-seitige Entwurf liest sich wie ein Katalog der Verschärfungen. Vom temporären kompletten Aufnahmestopp für bestimmte Flüchtlingsgruppen bis zur Ausweitung sicherer Herkunftsstaaten reichen die Vorschläge. Besonders kontrovers: Die CSU möchte Sozialleistungen für ausreisepflichtige Asylbewerber streichen. Wir müssen endlich die Anreize für irreguläre Migration konsequent reduzieren, erklärt CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt. Letzte Woche saß ich mit meinem Nachbarn Anton auf der Terrasse. Der pensionierte Lehrer fühlte sich hin- und hergerissen zwischen Humanität und Pragmatismus.
Bei meiner Recherche wird deutlich: Die CSU balanciert auf einem schmalen Grat. Während Menschenrechtsorganisationen bereits Alarm schlagen, sehen viele Kommunen ihre Belastungsgrenze erreicht. Bayern steht exemplarisch für ein Deutschland im Zwiespalt. Während wir über Zahlen und Obergrenzen diskutieren, verlieren wir manchmal aus dem Blick, dass es um Menschen geht. Vielleicht liegt genau darin die größte Herausforderung unserer Zeit.