Die Bewohner der Hauptstadtregion müssen sich auf winterliche Verhältnisse einstellen. Eine Kältewelle mit Dauerfrost und Schneefällen erreicht Berlin und Brandenburg zum Wochenstart. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat entsprechende Warnungen herausgegeben und rät zur Vorsicht im Straßenverkehr.
Nach einem relativ milden Wochenende sinken die Temperaturen ab Montag deutlich. «Wir erwarten Tageshöchstwerte von minus zwei bis minus vier Grad und in den Nächten können die Temperaturen auf bis zu minus acht Grad fallen», erklärt Meteorologe Martin Schmidt vom DWD. Besonders in den frühen Morgenstunden sei mit gefährlicher Glätte zu rechnen.
Die Berliner Stadtreinigung (BSR) hat ihre Winterdienstflotte bereits in Alarmbereitschaft versetzt. «Unsere 37 Großstreufahrzeuge und über 500 Mitarbeiter im Winterdienst stehen bereit, um die wichtigsten Verkehrsadern freizuhalten», sagt BSR-Sprecherin Sabine Thiele. Die BSR erinnert Anwohner gleichzeitig an ihre Pflicht, Gehwege vor ihren Grundstücken zu räumen und zu streuen.
In Brandenburg sind besonders die nördlichen Landkreise von den Schneefällen betroffen. Dort werden bis Mittwoch zwischen fünf und zehn Zentimeter Neuschnee erwartet. «Die Kombination aus Schnee und Dauerfrost bedeutet, dass der Schnee diesmal länger liegen bleiben wird als bei den kurzen Winterepisoden zuvor», erläutert Schmidt.
Die Auswirkungen auf den Verkehr sind bereits spürbar. Am Montagmorgen meldete der Verkehrsinformationsdienst mehrere witterungsbedingte Unfälle auf der A10 und A24. Die Polizei Brandenburg appelliert an alle Verkehrsteilnehmer: «Passen Sie Ihre Geschwindigkeit an, planen Sie mehr Zeit ein und fahren Sie vorausschauend.»
Die BVG hat zusätzliche Maßnahmen ergriffen, um den öffentlichen Nahverkehr aufrechtzuerhalten. «Wir setzen verstärkt Enteisungsmittel an Haltestellen ein und haben Räumteams in Bereitschaft», erklärt BVG-Sprecher Martin Müller. Dennoch könne es zu Verspätungen kommen.
Für besonders gefährdete Personen wie Obdachlose stellt die Kältewelle eine ernste Gefahr dar. Die Berliner Kältehilfe hat ihr Angebot ausgeweitet. «Unsere Notübernachtungen sind geöffnet, und die Kältebusse fahren verstärkt durch die Stadt», berichtet Karla Weber von der Stadtmission. Wer hilfebedürftige Personen in der Kälte sieht, sollte den Kältebus unter der Nummer 0178/5235838 verständigen.
Die Kältewelle wird voraussichtlich bis mindestens Donnerstag anhalten. Erst zum Ende der Woche rechnen die Meteorologen mit einer leichten Erwärmung. «Ab Freitag könnten die Temperaturen wieder in den Plusbereich steigen, aber bis dahin heißt es: Warm anziehen und vorsichtig sein», so Schmidt abschließend.
Stadtgärtner empfehlen, empfindliche Pflanzen zu schützen und Wasserleitungen im Freien zu sichern. «Der plötzliche Temperaturabfall kann für nicht winterharte Pflanzen problematisch sein», erklärt Gartenbaumeisterin Susanne Krüger. Besonders Kübelpflanzen sollten mit Vlies oder Luftpolsterfolie geschützt werden.
Für Kinder hingegen bringt der Wintereinbruch auch Freude: In vielen Parks können voraussichtlich Schlitten und Bobs zum Einsatz kommen. Die Berliner Forsten weisen jedoch darauf hin, dass das Betreten von Eisflächen auf Seen und Teichen derzeit noch lebensgefährlich ist. «Das Eis muss mindestens 15 Zentimeter dick sein, um sicher zu sein», warnt Förster Thomas Reimann. «Diese Stärke ist noch lange nicht erreicht.»