Mit Pauken, Trompeten und dem Jubel hunderter Jecken hat das Kölner Dreigestirn gestern seine neue Residenz im Excelsior Hotel Ernst bezogen. Prinz Sascha I. (Sascha Hüsgen), Bauer Werner (Werner Klösgen) und Jungfrau Frieda (Friedrich Klupsch) wurden von einer begeisterten Menschenmenge empfangen, die sich trotz leichten Nieselregens vor dem traditionsreichen Hotel am Dom versammelt hatte.
«Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, endlich in unsere Hofburg einziehen zu dürfen», strahlte Prinz Sascha I., während er vom Balkon des Hotels aus der Menge zuwinkte. «Von hier aus werden wir in den kommenden Wochen das närrische Treiben in unserer geliebten Stadt lenken.»
Die Zeremonie markiert traditionell den Beginn der heißen Phase der Karnevalssession. Bis Aschermittwoch wird das Dreigestirn von der Hofburg aus zu seinen zahlreichen Terminen aufbrechen. Mehr als 400 Auftritte stehen für die drei Herren in den nächsten Wochen an – von Seniorenheimen bis zu großen Sitzungen.
Festwirt Marcus Weber vom Excelsior Hotel Ernst zeigte sich stolz: «Wir führen eine Tradition fort, die seit Jahrzehnten besteht. Die Hofburg ist das Herzstück des Kölner Karnevals, und wir sind geehrt, wieder als Residenz des Dreigestirns zu dienen.»
Die diesjährige Hofburg wurde karnevalistisch geschmückt. Im Foyer prangt ein überdimensionales Konterfei des Dreigestirns, überall glitzern rot-weiße Dekorationen – die Farben des Festkomitees Kölner Karneval. Laut Hotel wurden extra mehrere Räume für die närrischen Regenten reserviert, darunter ein Besprechungszimmer für die täglichen Lagebesprechungen mit dem Festkomitee.
Hendrik Kremer, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, betonte die Bedeutung dieses Moments: «Mit dem Einzug in die Hofburg beginnt für das Dreigestirn eine intensive, aber unvergessliche Zeit. Sie repräsentieren nun offiziell unseren Kölner Karneval und tragen unsere Tradition in die Stadt und weit darüber hinaus.»
Besonders gerührt zeigte sich Jungfrau Frieda: «Als gebürtiger Kölner ist es eine Herzensangelegenheit, unsere Tradition zu repräsentieren. Die Hofburg wird unser Zuhause sein, von dem aus wir hoffentlich viel Freude in die Herzen der Menschen bringen können.»
Die Sicherheitsmaßnahmen rund um die Hofburg wurden in diesem Jahr verstärkt. Das Festkomitee und die Polizei Köln haben ein umfassendes Konzept erarbeitet, um die Sicherheit des Dreigestirns zu gewährleisten. Dennoch soll der Kontakt zu den Jecken nicht zu kurz kommen.
Für die kommenden Tage hat das Dreigestirn bereits einen vollen Terminkalender. Heute steht ein Besuch im Kölner Kinderkrankenhaus auf dem Programm, gefolgt von Auftritten bei verschiedenen Karnevalsgesellschaften. Am Wochenende folgen die ersten großen Prunksitzungen.
Bauer Werner verriet mit einem Augenzwinkern: «Wir haben extra Vitaminpräparate gebunkert und uns körperlich fit gemacht. Die kommenden Wochen werden anstrengend, aber es ist eine Ehre, die wir mit Freude tragen.»
Die Session steht unter dem Motto «Wat e Theater – Wat e Jeckespill», was die Verbindung zwischen Karneval und Theaterwelt betont. Dies spiegelt sich auch in den aufwendigen Kostümen des Dreigestirns wider, die mit theatralischen Elementen verziert wurden.
Historisch gesehen geht die Tradition des Dreigestirns auf das 19. Jahrhundert zurück. Die drei Figuren – Prinz, Bauer und Jungfrau – symbolisieren verschiedene Aspekte des städtischen Lebens: den Adel, den Bürger und die Fruchtbarkeit.
Für Köln beginnt mit dem Einzug in die Hofburg die fünfte Jahreszeit nun endgültig. Die Stadt verwandelt sich in den kommenden Wochen in ein närrisches Paradies, in dem der Alltag Pause macht und die Freude am gemeinsamen Feiern im Mittelpunkt steht.