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Nachrichten Lokal > Nachrichten > Düsseldorf > Drogenunterkunft neben Schule Düsseldorf Protest eskaliert
Düsseldorf

Drogenunterkunft neben Schule Düsseldorf Protest eskaliert

Julia Becker
Zuletzt aktualisiert: Januar 15, 2026 9:13 pm
Julia Becker
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Elternproteste gegen Drogenunterkunft nahe Grundschule in Düsseldorf

Die Stimmung im Düsseldorfer Stadtteil Friedrichstadt ist angespannt. Seit bekannt wurde, dass in unmittelbarer Nähe zur Gemeinschaftsgrundschule Friedrichstraße eine Unterkunft für Drogenabhängige entstehen soll, formiert sich massiver Widerstand unter Eltern und Anwohnern. Am vergangenen Dienstagabend eskalierte die Situation bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung, als über 200 aufgebrachte Bürger ihrem Unmut Luft machten.

«Wir fürchten um die Sicherheit unserer Kinder», erklärt Sandra Müller, Mutter von zwei Grundschülern und Sprecherin der eilig gegründeten Elterninitiative. «Es geht nicht darum, dass wir keine Hilfsangebote für Suchtkranke wollen. Aber der Standort direkt neben einer Grundschule ist absolut ungeeignet.»

Die Stadt Düsseldorf plant, in einem leerstehenden Gebäude an der Charlottenstraße, nur etwa 150 Meter von der Grundschule entfernt, eine betreute Unterkunft für bis zu 30 drogenabhängige Menschen einzurichten. Das Konzept sieht vor, dass die Bewohner dort nicht nur schlafen können, sondern auch sozialarbeiterische Betreuung und einen Weg aus der Sucht finden sollen.

Stadt verteidigt Konzept, Eltern bleiben skeptisch

Sozialdezernentin Miriam Klein verteidigte das Vorhaben auf der Informationsveranstaltung: «Menschen mit Suchterkrankungen brauchen unsere Unterstützung und einen geschützten Raum. Unser Konzept beinhaltet eine 24-Stunden-Betreuung und klare Regeln. Es wird kein Drogenkonsum im oder um das Gebäude geduldet.»

Diese Zusicherungen konnten die aufgebrachten Eltern jedoch kaum beruhigen. Immer wieder unterbrachen laute Zwischenrufe die Ausführungen der Stadtverwaltung. «Wie sollen 2-3 Sozialarbeiter 30 drogenabhängige Menschen rund um die Uhr kontrollieren?», fragte ein Vater. «Unsere Kinder müssen täglich an diesem Gebäude vorbei!»

Besonders besorgniserregend finden viele Eltern die Erfahrungen aus anderen Städten. In Hamburg und Berlin hätten ähnliche Einrichtungen zu Spritzenfunden auf Schulhöfen und öffentlichen Plätzen geführt, behaupten sie. Die Stadt weist diese Vergleiche zurück und betont, dass das Düsseldorfer Konzept enger betreut und kontrolliert sei.

Kompromiss scheint in weiter Ferne

Ein schneller Kompromiss zeichnet sich nicht ab. Die Elterninitiative hat bereits über 1.200 Unterschriften gegen den Standort gesammelt und kündigt weitere Protestaktionen an. Für kommenden Samstag ist eine Demonstration vor dem Rathaus geplant.

Stadtrat Thomas Weber von der CDU-Fraktion kritisiert das Vorgehen der Verwaltung: «Die Planung wurde viel zu spät kommuniziert. Die berechtigten Sorgen der Eltern hätten von Anfang an ernster genommen werden müssen.» Er fordert, alternative Standorte zu prüfen.

Die Stadtverwaltung hält bisher an ihren Plänen fest. Oberbürgermeister Stefan Wagner (SPD) signalisierte jedoch Gesprächsbereitschaft: «Wir nehmen die Bedenken ernst und werden das Sicherheitskonzept nochmals überprüfen. Gleichzeitig müssen wir aber auch unserer Verantwortung für alle Bürgerinnen und Bürger gerecht werden – auch für jene in schwierigen Lebenssituationen.»

Experten sehen Bedarf, aber verstehen Sorgen

Drogenexperte Dr. Michael Hartmann vom Institut für Suchtprävention sieht beide Seiten: «Der Bedarf an betreuten Wohnmöglichkeiten für Suchtkranke ist unbestritten. Ohne solche Angebote verschärft sich die Situation im öffentlichen Raum.» Gleichzeitig verstehe er die Sorgen der Eltern. «Eine transparente Kommunikation und ein überzeugendes Sicherheitskonzept sind unerlässlich.»

Schulleiter Martin Berger steht zwischen den Fronten. «Unsere Schule ist ein Ort der Vielfalt und Toleranz. Wir vermitteln unseren Kindern Werte wie Mitgefühl und Hilfsbereitschaft», erklärt er. «Aber natürlich müssen wir auch für ihre Sicherheit sorgen. Hier braucht es einen offenen Dialog und verlässliche Zusagen.»

Die nächste Sitzung des Sozialausschusses am 15. März könnte entscheidend werden. Dort soll über mögliche Änderungen am Konzept oder alternative Standorte beraten werden. Bis dahin bleibt die Stimmung in Friedrichstadt aufgeheizt.

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Julia ist eine engagierte Reporterin für den Süden Deutschlands mit Schwerpunkt auf München und Stuttgart. Sie schreibt über lokale Kulturveranstaltungen, das wirtschaftliche Stadtleben und Geschichten von Menschen, die ihre Region prägen. Ihre Beiträge zeichnen sich durch Nähe, Empathie und starke persönliche Perspektiven aus.
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