Ein Sonntagabend in Bilk sorgte für einen spektakulären Feuerwehreinsatz. Gegen 19 Uhr bemerkten aufmerksame Passanten lose Fassadenteile an einem Wohngebäude an der Suitbertusstraße. Die alarmierten Einsatzkräfte sperrten den Bereich weiträumig ab und begannen mit einer aufwändigen Sicherungsoperation.
«Es bestand akute Gefahr für Fußgänger», erklärte Einsatzleiter Klaus Müller. «Mehrere Fassadenplatten hatten sich bereits gelöst und drohten auf den darunter liegenden Gehweg zu stürzen.» Die Feuerwehr rückte mit zwei Drehleitern und 25 Einsatzkräften an, um die Situation zu kontrollieren.
Besonders problematisch war die Lage im dritten Stockwerk des fünfgeschossigen Gebäudes. Dort hatten sich mehrere Fassadenverkleidungen aus Metall vom Untergrund gelöst. Die heftigen Windböen der vergangenen Tage könnten laut ersten Einschätzungen der Feuerwehr zu der Destabilisierung beigetragen haben.
Anwohnerin Maria Schmidt musste mit ihren zwei Kindern das Gebäude vorübergehend verlassen: «Ich hörte plötzlich ein lautes Knirschen an der Hauswand. Als ich aus dem Fenster schaute, sah ich bereits die ersten Einsatzfahrzeuge. Die Feuerwehr hat uns dann gebeten, vorsichtshalber die Wohnung zu räumen.»
Die Technische Einsatzleitung entschied, die lockeren Teile kontrolliert zu entfernen. Mit Spezialwerkzeug wurden die gefährdeten Fassadenplatten Stück für Stück abmontiert. Die Arbeiten gestalteten sich schwierig, da die Befestigungen an vielen Stellen bereits stark korrodiert waren.
Das städtische Bauamt schickte einen Statiker zur Unterstützung, der die Gesamtsituation des Gebäudes bewertete. «Wir müssen sicherstellen, dass keine weiteren Gebäudeteile betroffen sind», sagte Bauamtsleiter Thomas Weber. «Die Sicherheit der Bewohner und Passanten hat oberste Priorität.«
Der Einsatz dauerte bis in die späten Abendstunden. Die Feuerwehr sperrte während der gesamten Zeit den Gehweg und einen Teil der Straße ab. Anwohner konnten gegen 22:30 Uhr in ihre Wohnungen zurückkehren, nachdem die akute Gefahr beseitigt war.
Für den Gebäudeeigentümer bedeutet der Vorfall erhebliche Folgekosten. Experten schätzen, dass die gesamte Fassade nun auf Schäden überprüft werden muss. «Solche Schäden entstehen meist nicht über Nacht», erklärte Bausachverständiger Martin Krause. «Oft sind es jahrelange Vernachlässigungen der Wartung, die zu solchen gefährlichen Situationen führen.»
Die Stadtverwaltung kündigte an, in den kommenden Wochen verstärkt Gebäudefassaden im Stadtgebiet zu kontrollieren. Ähnliche Vorfälle gab es in den vergangenen Jahren bereits in anderen Stadtteilen. Erst im letzten Herbst musste die Feuerwehr in Flingern ein ähnliches Problem an einem Altbau beheben.
Für die Bilker Anwohner endete der Sonntag glimpflich – niemand wurde verletzt. Der Vorfall zeigt jedoch, wie wichtig regelmäßige Gebäudekontrollen sind. Die Feuerwehr Düsseldorf appelliert an alle Hauseigentümer, besonders nach Sturmphasen ihre Gebäude auf Schäden zu überprüfen.
«Wir sind einfach froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist«, fasste Anwohner Peter Klein die Stimmung in der Nachbarschaft zusammen. «Es hätte böse enden können, wenn die Teile auf jemanden gestürzt wären.»