Vor dem mit Spannung erwarteten Topspiel bei Schalke 04 am Samstag steht Dynamo Dresdens Trainer Thomas Stamm vor einer beneidenswerten, aber kniffligen Aufgabe. Nach dem überzeugenden 5:0-Heimerfolg gegen Sandhausen muss er entscheiden, ob er seiner siegreichen Mannschaft vertraut oder frische Kräfte für das Duell der Traditionsvereine einbringt.
Die Schwarz-Gelben reisen mit breiter Brust nach Gelsenkirchen. Fünf Tore, kein Gegentor und eine spielerisch starke Leistung haben das Selbstvertrauen der Dresdner gestärkt. «Wir nehmen den Schwung mit und wollen auf Schalke natürlich wieder punkten», erklärt Kapitän Stefan Kutschke, der gegen Sandhausen einen wichtigen Treffer beisteuerte.
Besonders die Offensivabteilung präsentierte sich zuletzt in Topform. Neben Kutschke glänzten auch Niklas Hauptmann und Tony Menzel. Jakob Lemmer, der nach seiner Einwechslung einen Doppelpack schnürte, drängt nun mit Nachdruck in die Startformation.
«Natürlich gibt mir das zu denken», gesteht Trainer Stamm mit Blick auf die Leistung seiner Joker. «Aber das ist genau die Situation, die wir haben wollen. Jeder Spieler soll sich anbieten und um seinen Platz kämpfen.»
Die voraussichtliche Aufstellung der Dresdner bleibt daher spannend. Verzichtet Stamm auf Änderungen, könnten erneut Tim Schreiber im Tor, Lars Bünning, Claudio Kammerknecht und Tobias Kraulich in der Defensive sowie Robin Meißner und Oliver Batista Meier neben Kutschke in der Offensive beginnen.
Auf Schalke erwartet die Dynamos eine besondere Atmosphäre. Über 60.000 Zuschauer werden die Arena füllen, darunter etwa 5.000 mitreisende Dresdner Fans. «Das wird ein echtes Highlight. Für solche Spiele spielst du Fußball», freut sich Mittelfeldmotor Paul Will.
Die Gastgeber durchleben eine wechselhafte Saison mit bereits zwei Trainerentlassungen. Unter Interimscoach Jakob Fimpel gelang zuletzt ein wichtiger 2:0-Sieg in Osnabrück. Besonders Schalkes Torjäger Moussa Sylla, der bereits sechsmal traf, gilt als Gefahrenquelle.
Dresdens Sportgeschäftsführer Thomas Brendel bleibt trotz der Favoritenrolle der Schalker realistisch: «Wir fahren nicht nach Gelsenkirchen, um die Atmosphäre zu genießen. Wir wollen etwas mitnehmen. Mit unserer aktuellen Form ist das durchaus möglich.»
Die Form spricht tatsächlich für die Sachsen. Während Schalke in den letzten fünf Spielen nur einen Sieg verbuchen konnte, ist Dynamo seit vier Partien ungeschlagen und kletterte auf Tabellenplatz drei.
Personell kann Stamm nahezu aus dem Vollen schöpfen. Lediglich die Langzeitverletzten Tom Berger und Jonas Oehmichen stehen nicht zur Verfügung. Die endgültige Entscheidung über die Aufstellung will der Trainer erst nach dem Abschlusstraining am Freitag treffen.
«Es wird ein intensives Spiel, in dem Kleinigkeiten entscheiden können», prognostiziert Stamm. «Aber wir haben zuletzt gezeigt, dass wir die nötige Qualität und das Selbstvertrauen besitzen, um auch gegen Topteams zu bestehen.»
Die Dresdner Anhänger hoffen nun, dass ihre Mannschaft auf Schalke an die starke Leistung gegen Sandhausen anknüpfen kann. Ein Erfolg im Ruhrpott würde die Aufstiegsambitionen der Sachsen weiter untermauern und könnte ein wichtiger Schritt auf dem Weg zurück in die 2. Bundesliga sein.