Auf dem Papier könnte die Rollenverteilung kaum klarer sein. Der formstarke VfB Stuttgart, sensationell auf Platz zwei, gastiert am Samstag bei der heimschwachen Eintracht. Nur 13 Punkte holte die SGE in dieser Saison vor eigenem Publikum – der drittschlechteste Heimwert der Liga. Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Stuttgart ist mit 23 Auswärtspunkten das zweitbeste Auswärtsteam der Bundesliga.
Im Waldstadion wird jedoch eine besondere Atmosphäre herrschen. Die Frankfurter Fans stehen trotz durchwachsener Leistungen hinter ihrer Mannschaft. «Unsere Heimschwäche ist mir ein Rätsel«, gestand Toppmöller auf der Pressekonferenz. «Wir wollen den Fans endlich wieder einen Heimsieg schenken.» Die Eintracht muss dabei weiterhin auf den verletzten Arthur Theate verzichten. Kevin Trapp kehrt dagegen ins Tor zurück.
Der VfB reist mit breiter Brust an. Trainer Sebastian Hoeneß hat aus einem Abstiegskandidaten einen Champions-League-Anwärter geformt. «Frankfurt ist unberechenbar und hat enorme individuelle Qualität«, warnt Hoeneß dennoch. «Wir dürfen uns von ihrer Heimstatistik nicht täuschen lassen.» Die Schwaben setzen auf ihre gefürchtete Offensive um Serhou Guirassy und Deniz Undav, die bereits 33 Saisontore erzielten.
Im eisigen Wind am Donnerstagstraining beobachtete ich, wie intensiv die Eintracht an schnellen Umschaltmomenten arbeitete. Diese könnten gegen die offensiven Stuttgarter entscheidend sein. Das Duell wird zur Charakterprobe für die Hessen. Ein Sieg gegen den VfB könnte die Europapokal-Ambitionen der Eintracht neu beleben. Für die Fans bleibt die Hoffnung: Vielleicht wird das Waldstadion am Samstag endlich wieder zur gefürchteten Festung.