Die berühmte Eisbachwelle im Englischen Garten in München ist am vergangenen Wochenende nach einem Feuerwehreinsatz vorübergehend zum Erliegen gekommen. Ein Besucher geriet in die starke Strömung und konnte sich nur mit Mühe an einem im Wasser liegenden Baumstamm festhalten. Die Münchner Feuerwehr musste eingreifen und für die Rettungsaktion den Wasserfluss der beliebten Surfstelle stoppen.
«Es war eine gefährliche Situation», berichtet Hauptbrandmeister Michael Huber von der Feuerwehr München. «Der junge Mann befand sich in unmittelbarer Lebensgefahr. Wir mussten schnell handeln und die Schleusen schließen, um ihn sicher bergen zu können.»
Der Vorfall ereignete sich am Samstagabend gegen 19 Uhr, als zahlreiche Spaziergänger und Touristen im Englischen Garten unterwegs waren. Augenzeugen zufolge sprang der Mann ins Wasser, unterschätzte jedoch die Kraft der Strömung. Die herbeigerufenen Rettungskräfte konnten ihn nach etwa 20 Minuten aus seiner misslichen Lage befreien und an Land bringen.
Dies ist nicht der erste Zwischenfall dieser Art an der bekannten Surfwelle. Bereits in den vergangenen Jahren musste die Feuerwehr mehrfach ausrücken, um in Not geratene Personen aus dem Eisbach zu retten. Die Stadtwerke München, die für die Wasserregulierung zuständig sind, haben inzwischen die Welle wieder in Betrieb genommen.
«Die Eisbachwelle ist ein Wahrzeichen unserer Stadt und zieht täglich Hunderte von Besuchern an», erklärt Stadtrat Thomas Müller. «Gleichzeitig müssen wir aber auch auf die Sicherheit aller achten. Wir appellieren daher an alle Besucher, die Warnhinweise ernst zu nehmen und nicht unbedacht ins Wasser zu springen.»
Die 1972 zufällig entstandene Eisbachwelle hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem international bekannten Surfspot entwickelt. Täglich nutzen erfahrene Surfer die etwa einen Meter hohe stehende Welle, um ihre Künste zu zeigen. Für Anfänger und Schwimmer ist das Surfen an der Eisbachwelle jedoch strengstens verboten – nicht ohne Grund, wie der aktuelle Vorfall zeigt.
«Die Strömung ist tückisch und viel stärker, als sie auf den ersten Blick erscheint», warnt Wasserwachtleiter Stefan Kornherr. «Selbst geübte Schwimmer können hier schnell in Schwierigkeiten geraten. Das Wasser ist zudem sehr kalt, was die Gefahr eines Kälteschocks erhöht.»
Die Münchner Surf-Community reagierte mit Erleichterung auf die Nachricht, dass die Welle bereits am Sonntagmorgen wieder freigegeben wurde. «Wir sind dankbar für den schnellen Einsatz der Feuerwehr und froh, dass niemand ernsthaft zu Schaden gekommen ist», sagt Markus Weber vom Verein der Münchner Flusssurfer.
Rund um die Eisbachwelle sind inzwischen mehrsprachige Warnschilder angebracht, die auf die Gefahren hinweisen. Die Stadt München prüft nun, ob weitere Sicherheitsmaßnahmen notwendig sind, ohne den Charakter des beliebten Freizeitorts zu verändern.
Der gerettete Mann kam mit leichten Unterkühlungen und Schürfwunden ins Krankenhaus, konnte aber nach kurzer Behandlung wieder entlassen werden. Die Polizei München prüft, ob ein Bußgeld wegen verbotenen Schwimmens im Eisbach verhängt wird.
Für die kommenden Sommermonate rechnen die Behörden wieder mit tausenden Besuchern an der Eisbachwelle. Sowohl Einheimische als auch Touristen sind fasziniert von den Surfern, die mitten in der Stadt auf der stehenden Welle ihre Kunststücke vollführen. Die Stadtwerke München betonen jedoch, dass bei weiteren Notfällen die Sicherheit immer Vorrang vor dem Freizeitspaß haben werde.