Vom Spielfeldrand am Geißbockheim betrachtet man die Entwicklung mit Staunen. Tim Lemperle hat seinen Spitznamen «El Mala» längst verdient. Der 22-jährige Stürmer des 1. FC Köln zeigt in dieser Saison einen beeindruckenden Aufstieg. Mit bereits vier Saisontoren ist er der effektivste Offensivspieler im Kader der Kölner.
Sogar Vereinslegende Wolfgang Overath zeigt sich begeistert. «Der Junge hat etwas Besonderes in seinen Bewegungen», sagte der Weltmeister von 1974 nach dem letzten Heimspiel. «Seine Entwicklung überrascht mich positiv.» Tatsächlich hat Lemperle einen bemerkenswerten Reifeprozess durchlaufen. Nach seiner Leihe zum SV Sandhausen kehrte er gestärkt zurück. Seine Abschlussstärke und sein Selbstvertrauen haben sich merklich verbessert. Beeindruckend ist besonders seine Effizienz vor dem Tor. Mit nur 1,8 Schüssen pro Spiel erzielt er seine Treffer. Ein Wert, der in der Liga heraussticht. Im Training fällt seine Entschlossenheit auf. Die Verbindung mit Linksaußen Linton Maina funktioniert immer besser. Beim jüngsten Heimsieg konnte ich beobachten, wie beide nach Spielschluss noch Passmuster übten.
Für den FC bedeutet Lemperles Aufstieg enorme Entlastung im Abstiegskampf. Der junge Angreifer verkörpert die neue Effektivität, die dem Team lange fehlte. Der anstehende Vertragsgespräche dürften nun unter anderen Vorzeichen stehen. Die Frage bleibt: Kann «El Mala» seine Form halten? Die Geißböcke und ihre Fans setzen jedenfalls große Hoffnungen in ihren neuen Shootingstar.