Die Ampel zwischen Hoffnung und Frust steht auf Gelb. Seit dem abrupten Ende der E-Auto-Förderung im Dezember schauen viele potenzielle Käufer in die Röhre. Mein Nachbar Thomas hatte seinen Tesla Model 3 bereits bestellt, als die Nachricht kam. «Mir fehlen jetzt einfach 4500 Euro, die ich fest eingeplant hatte», erzählt er kopfschüttelnd.
Die Situation bleibt undurchsichtig. Bundesverkehrsminister Volker Wissing betont: «Wir brauchen einen realistischen Transformationspfad.» Seine Worte klingen vernünftig, helfen aber jenen nicht, die auf staatliche Unterstützung gesetzt haben. Die Automobilbranche verzeichnet einen spürbaren Einbruch bei Elektrofahrzeug-Verkäufen. Letzte Woche stand ich in einem Autohaus in Frankfurt. Die Verkäuferin zuckte nur mit den Schultern: «Die Leute warten ab oder greifen wieder zum Verbrenner.»
Einige Hersteller springen in die Bresche. BMW, Mercedes und VW bieten eigene Prämien an. Auch lokale Energieversorger locken mit Sonderkonditionen für Wallboxen und Stromtarife. Als ich kürzlich über die IAA streifte, war die Stimmung zwiegespalten – zwischen Zukunftseuphorie und akuter Kaufzurückhaltung.
Der holprige Weg zur E-Mobilität zeigt, wie fragil Veränderung sein kann. Ein beherzter politischer Kurswechsel könnte dem Sektor neuen Schwung geben. Bis dahin bleiben Elektroautos für viele ein Wunsch mit Preisschild. Die Vision einer klimafreundlichen Mobilität braucht offenbar mehr als gute Absichten.