Der Blick aus meinem Redaktionsfenster zeigt graue Wolken, die sich wie ein schwerer Vorhang über die Stadt legen. Was jetzt noch nach normalem Winterwetter aussieht, könnte bald eine echte Herausforderung werden. Meteorologen warnen vor einer extremen Kältewelle, die Ende Januar bis Mitte Februar über Deutschland hereinbrechen soll – mit Temperaturen, die stellenweise bis auf minus 20 Grad fallen könnten.
Die Prognosen der Wetterdienste zeichnen ein drastisches Bild. Verantwortlich für den erwarteten Kälteeinbruch ist ein Phänomen namens «Polarwirbelsplit». Kalte Luftmassen aus der Arktis könnten dadurch ungehindert nach Mitteleuropa strömen. «Wir beobachten eine ungewöhnliche Konstellation in der Höhenwetterlage», erklärt Klimaforscher Dr. Michael Werner. «Solche extremen Kältephasen werden durch den Klimawandel nicht ausgeschlossen – im Gegenteil, sie können sogar intensiver ausfallen.»
Besonders der Osten und Süden Deutschlands müssen mit strengem Frost rechnen. Letzten Winter erlebte ich ähnliche Kälte während einer Reportage in Bayern. Die gefühlte Stille, wenn Schnee jedes Geräusch dämpft und der Atem in der Luft gefriert, hat etwas Unwirkliches.
Für viele bedeutet diese Kältewelle mehr als nur klirrende Kälte. Obdachlosenhilfen rüsten bereits auf, Energieversorger bereiten sich auf Spitzenbelastungen vor. Was uns diese extreme Wettersituation wieder einmal vor Augen führt: Die Natur macht keine Kompromisse. In Zeiten des Klimawandels müssen wir uns auch auf solche extremen Ausschläge einstellen – in beide Richtungen.