Der Herbst bringt sie wieder: Kleine leuchtende Gesichter, die mit selbstgebastelten Laternen durch die Dunkelheit ziehen. Doch was für Generationen ein Highlight der Kinderzeit war, wird nun durch Betrüger missbraucht. In mehreren NRW-Städten locken sie mit gefälschten Laternenumzügen und kassieren Eintrittsgelder für nicht existierende Veranstaltungen.
«Die Masche ist perfide, weil sie auf Familien mit kleinen Kindern abzielt», erklärt Kriminalhauptkommissarin Petra Winkler. Die Betrüger werben über soziale Medien mit professionell gestalteten Flyern für angebliche Großveranstaltungen. Letzte Woche stand ich selbst mit meinem Neffen vor verschlossenen Toren eines Parks in Düsseldorf. Dutzende andere Familien warteten ebenfalls vergeblich. Die Enttäuschung in den Kinderaugen zu sehen, war herzzerreißend. Die Tickets hatten pro Familie immerhin 25 Euro gekostet.
Die Polizei warnt inzwischen landesweit vor der Betrugsmasche. Verdächtig sind besonders Veranstaltungen, die nur online beworben werden und Vorabzahlung verlangen. Traditionelle Laternenumzüge werden meist von Kindergärten, Schulen oder Kirchengemeinden organisiert und sind oft kostenlos oder verlangen nur einen symbolischen Beitrag.
Was als harmlose Kindertradition begann, ist nun Schauplatz digitaler Kriminalität geworden. Vielleicht sollten wir alle wieder mehr auf die lokalen, kleineren Laternenumzüge setzen. Dort, wo das Licht noch echt ist und die Gemeinschaft im Mittelpunkt steht.