Die Fastnachtssaison erreicht ihren Höhepunkt, und die Region Rhein-Main verwandelt sich in ein buntes Meer aus Kostümen, Konfetti und karnevalistischer Ausgelassenheit. Von großen Umzügen in Frankfurt bis zu traditionellen Veranstaltungen in kleineren Gemeinden – überall sind die Narren los. Für Autofahrer bedeutet dies allerdings: Umleitungen, Straßensperrungen und volle Parkhäuser.
In Frankfurt zieht der traditionelle Fastnachtsumzug am Sonntag ab 12:11 Uhr durch die Innenstadt. Rund 150.000 Zuschauer werden erwartet. Die Polizei sperrt dafür weite Teile der Innenstadt für den Verkehr. Betroffen sind unter anderem die Neue Mainzer Straße, Kaiserstraße, Roßmarkt und der Mainkai. Anwohner sollten bis Sonntagabend mit erheblichen Einschränkungen rechnen.
«Wir raten allen Besuchern, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen», erklärt der Frankfurter Fastnachtspräsident Joachim Schmidt. «Die Bahnen und Busse fahren verstärkt, und wir haben mit dem RMV ein spezielles Fastnachtsticket vereinbart.»
In Mainz, der Hochburg der rheinischen Fastnacht, wird es besonders turbulent. Der Rosenmontagszug lockt jährlich über 500.000 Menschen in die Stadt. Die gesamte Innenstadt wird zur Fußgängerzone. Straßen wie Rheinallee, Kaiserstraße und der Bereich um den Dom sind ab Montagmorgen 6 Uhr bis in die späten Abendstunden gesperrt.
Auch in Wiesbaden rollt am Sonntag der große Umzug durch die Stadt. Die Polizei sperrt bereits ab 10 Uhr die Wilhelmstraße, Taunusstraße und mehrere Nebenstraßen. Besucher können die Park-and-Ride-Plätze am Stadtrand nutzen, von wo aus Shuttlebusse in die Innenstadt fahren.
Kleinere, aber nicht minder fröhliche Umzüge finden in zahlreichen Gemeinden statt. In Oberursel wird am Dienstag die Altstadt zum Narrenparadies. In Bad Homburg, Eschborn und Kelkheim ziehen am Wochenende bunte Züge durch die Straßen. Jeweils gilt: Die Ortsdurchfahrten sind während der Umzüge komplett gesperrt.
Für Partygänger bieten zahlreiche Locations besondere Fastnachtsevents. Die Batschkapp in Frankfurt veranstaltet am Samstag ihre legendäre «Karnevals-Kult-Nacht». In der Jahrhunderthalle steigt die große «Fassenacht in Franken»-Party mit Livemusik und traditionellen Büttenreden.
«Die Fastnacht ist unser kulturelles Erbe», betont Kulturwissenschaftlerin Dr. Maria Lehmann vom Institut für Regionalgeschichte. «Gerade im Rhein-Main-Gebiet vermischen sich verschiedene Traditionen – von der rheinischen Fastnacht bis zur schwäbisch-alemannischen Fasnet.»
Wer dem Trubel entfliehen möchte, hat es schwer. Selbst in kleineren Orten wie Hattersheim, Flörsheim oder Bad Soden gibt es Fastnachtsveranstaltungen. Eine Alternative bieten Wanderungen im Taunus oder Ausflüge in den Odenwald, wo die närrische Zeit weniger intensiv gefeiert wird.
Für Kurzentschlossene: Kostüme gibt es noch in den Pop-up-Stores in den Einkaufszentren. Besonders gefragt sind in diesem Jahr Figuren aus Streaming-Serien und traditionelle Kostüme mit modernem Twist.
Die Polizei bittet alle Feiernden um Besonnenheit. «Fastnacht soll Freude machen, aber bitte denken Sie an Ihre Sicherheit und die anderer», mahnt Polizeisprecher Michael Weber. «Fahren Sie nicht alkoholisiert und lassen Sie Wertgegenstände zu Hause.»
Nach der dreijährigen Corona-Pause ist die Vorfreude besonders groß. Fastnachtsvereine berichten von Rekordverkäufen bei Tickets für Sitzungen und Bälle. Die Hotellerie in den Karnevalshochburgen verzeichnet eine Auslastung von über 90 Prozent.
Die Wetterfrösche geben vorsichtige Entwarnung: Nach aktuellen Prognosen bleibt es am Wochenende überwiegend trocken bei Temperaturen um 8 Grad – ideales Wetter für Umzüge und Straßenkarneval. Regenschirme sollten dennoch im Gepäck sein.
Helau und Alaaf – die Fastnacht im Rhein-Main-Gebiet verspricht ein buntes Spektakel zu werden. Planen Sie Ihre Anreise, Ihre Route und vor allem: Haben Sie Spaß!