Vom Spielfeldrand betrachtet schlägt das Verletzungspech beim 1. FC Köln derzeit unbarmherzig zu. Mit Ignace Van der Brempt fehlt den Geißböcken bereits ein wichtiger Außenverteidiger. Nun müssen die Kölner gleich zwei weitere schmerzhafte Ausfälle verkraften. Sowohl Rechtsverteidiger Hugo Castro-Montes als auch Flügelspieler Linton Maina fallen in den kommenden Wochen aus. Die Personalsituation spitzt sich dramatisch zu.
Castro-Montes zog sich im Training einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu. Der Belgier war erst im Sommer nach Köln gewechselt und hatte sich schnell als Stammkraft etabliert. «Hugos Ausfall trifft uns hart», erklärt Trainer Gerhard Struber. «Er gibt unserer rechten Seite viel Stabilität.» Die medizinische Abteilung rechnet mit drei bis vier Wochen Pause. Noch schlimmer erwischte es Linton Maina. Der Flügelflitzer erlitt einen Bänderriss im Sprunggelenk und fällt mindestens sechs Wochen aus. Im Stadion herrschte sichtbare Bestürzung, als der 25-Jährige unter Schmerzen vom Platz getragen wurde.
Die Personaldecke wird immer dünner. Beim Abschlusstraining vor dem wichtigen Kellerduell gegen Bochum standen nur 14 Feldspieler auf dem Rasen. Kapitän Timo Hübers nimmt die Situation dennoch kämpferisch: «Jetzt müssen andere in die Bresche springen. Gerade in schwierigen Phasen zeigt sich der Charakter einer Mannschaft.» Für die rechte Seite könnte nun der junge Talent Jan Thielmann mehr Verantwortung übernehmen. Beim letzten Heimspiel zeigte er vielversprechende Ansätze.
Die Verletzungsmisere kommt für den FC zur Unzeit. Mit nur neun Punkten aus zwölf Spielen stecken die Kölner mitten im Abstiegskampf. Die nächsten Gegner haben es in sich. Doch die Stimmung in der Kabine bleibt trotzig. Der Zusammenhalt könnte zum entscheidenden Faktor werden. Die Domstädter müssen nun zeigen, dass sie nicht nur Tradition, sondern auch Widerstandsfähigkeit verkörpern.