Der plötzliche Wintereinbruch in Norddeutschland hat heute den Flugverkehr am Hamburger Flughafen erheblich beeinträchtigt. Mehrere Flüge mussten aufgrund der winterlichen Wetterbedingungen gestrichen werden, während andere erhebliche Verspätungen verzeichnen.
Seit den frühen Morgenstunden kämpfen die Mitarbeiter des Flughafens mit Schneefall und Eisglätte auf dem Rollfeld und den Start- und Landebahnen. Die Winterdienstteams sind im Dauereinsatz, um die Flächen freizuhalten und einen sicheren Flugbetrieb zu gewährleisten.
«Wir haben seit etwa 4 Uhr heute Morgen alle verfügbaren Kräfte im Einsatz», erklärt Flughafensprecherin Jana Schmidt. «Die Sicherheit unserer Passagiere hat oberste Priorität, weshalb wir bei solchen Wetterbedingungen besonders vorsichtig agieren müssen.»
Nach aktuellen Informationen sind bislang etwa 35 Flüge gestrichen worden, davon 18 Abflüge und 17 Ankünfte. Besonders betroffen sind Verbindungen nach München, Frankfurt und Berlin, wo ebenfalls winterliche Bedingungen herrschen.
Die Lufthansa hat vorsorglich mehrere Verbindungen zwischen Hamburg und ihren Drehkreuzen Frankfurt und München gestrichen. Auch Eurowings meldete Ausfälle auf innerdeutschen Strecken.
Für Reisende bedeutet die Situation erhebliche Unannehmlichkeiten. An den Check-in-Schaltern bilden sich lange Schlangen, während Passagiere versuchen, auf andere Flüge umzubuchen oder alternative Reisemöglichkeiten zu finden.
«Ich sollte eigentlich um 8:30 Uhr nach München fliegen und von dort weiter nach Rom», berichtet die sichtlich frustrierte Hamburgerin Sabine Weber. «Jetzt wurde mein Flug gestrichen, und ich weiß nicht, ob ich meine Anschlussverbindung noch erreichen kann.»
Der Flughafen empfiehlt allen Reisenden, sich vor der Anreise zum Flughafen über den aktuellen Status ihres Fluges zu informieren. Dies kann über die Webseiten der Airlines oder des Hamburger Flughafens erfolgen.
Die Meteorologen prognostizieren, dass die winterlichen Bedingungen mindestens bis zum Nachmittag anhalten werden. Erst dann wird mit einer leichten Entspannung der Wetterlage gerechnet. Doch selbst danach könnten die Auswirkungen auf den Flugplan noch zu spüren sein, da viele Flugzeuge nicht an ihren vorgesehenen Standorten sind.
Auch der Bodenbetrieb am Flughafen ist von den Winterbedingungen betroffen. Das Be- und Entladen der Flugzeuge dauert länger, und die Enteisungsteams müssen zusätzliche Arbeit leisten, um die Flugzeuge vor dem Start von Eis und Schnee zu befreien.
«Ein kompletter Enteisungsvorgang kann je nach Flugzeugtyp zwischen 15 und 45 Minuten dauern», erläutert Betriebsleiter Thomas Schneider. «Das summiert sich schnell und führt zu weiteren Verzögerungen im Betriebsablauf.»
Die Hamburger Verkehrsbehörde rät Reisenden, mehr Zeit für die Anreise zum Flughafen einzuplanen, da auch im Straßenverkehr mit erheblichen Behinderungen durch Schnee und Glätte zu rechnen ist. Der HVV meldete ebenfalls Verspätungen im Bus- und Bahnverkehr.
Flughafensprecher Michael Eggenschwiler betonte in einer Pressemitteilung: «Unsere Teams arbeiten auf Hochtouren, um die Auswirkungen für die Passagiere so gering wie möglich zu halten. Wir bitten dennoch um Verständnis für die unvermeidlichen Einschränkungen, die mit solchen extremen Wetterbedingungen einhergehen.»
Für Reisende, deren Flüge gestrichen wurden, haben die Airlines Service-Schalter eingerichtet, um bei Umbuchungen zu helfen. Bei erheblichen Verspätungen oder Annullierungen können Passagiere unter bestimmten Bedingungen Ansprüche auf Entschädigungen gemäß der EU-Fluggastrechte-Verordnung geltend machen.
Aktuelle Informationen zu Flugausfällen und Verspätungen sind über die Anzeigetafeln am Flughafen sowie über die digitalen Kanäle des Hamburger Flughafens und der jeweiligen Fluggesellschaften verfügbar.