Im Duell zwischen David und Goliath hat der 1. FC Köln den favorisierten VfL Wolfsburg am Sonntag an den Rand einer Überraschung gebracht. Die Rheinländerinnen boten dem amtierenden Meister in dessen Heimstadion einen beherzten Kampf, mussten sich am Ende aber mit 1:2 (1:1) geschlagen geben.
Vor 3.800 Zuschauern in der Wolfsburger Arena zeigten die Kölnerinnen von Beginn an, dass sie nicht als Punktelieferant angereist waren. «Wir wollten kompakt stehen und mutig nach vorne spielen», erklärte FC-Trainerin Inka Grings nach dem Spiel. Dieser Plan ging zunächst auf.
Die Überraschung schien greifbar, als Köln durch Celina Degen in der 32. Minute in Führung ging. Nach einem präzisen Eckball setzte sich die Innenverteidigerin im Luftduell durch und köpfte unhaltbar zur 1:0-Führung ein. Die Freude währte jedoch nicht lange. Wolfsburgs Nationalspielerin Alexandra Popp glich nur sieben Minuten später nach einer Ecke aus.
«In der ersten Halbzeit haben wir es wirklich gut gemacht», sagte Kölns Kapitänin Sharon Beck. «Wir standen defensiv stabil und haben uns auch nach vorne einige gute Chancen erarbeitet.»
Nach der Pause erhöhte der VfL den Druck. Die Wölfinnen, die in dieser Saison erneut um die Meisterschaft mitspielen wollen, zeigten ihre spielerische Klasse. Die Entscheidung fiel in der 67. Minute, als Dominique Janssen einen umstrittenen Foulelfmeter sicher verwandelte. FC-Torhüterin Paula Hoppe hatte zwar die richtige Ecke, konnte den platzierten Schuss aber nicht mehr abwehren.
In der Schlussphase warfen die Kölnerinnen noch einmal alles nach vorne. Die beste Chance zum Ausgleich hatte Marleen Schimmer fünf Minuten vor Schluss, doch ihr Schuss aus spitzem Winkel strich knapp am langen Pfosten vorbei.
«Wir können stolz auf unsere Leistung sein», betonte Grings trotz der Niederlage. «Gegen ein Spitzenteam wie Wolfsburg so lange auf Augenhöhe zu spielen und sie sogar in Bedrängnis zu bringen, zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.»
Für die Kölnerinnen war es bereits das dritte Spiel in Folge ohne Sieg. Mit sieben Punkten aus sechs Spielen liegt das Team im Mittelfeld der Tabelle. Wolfsburg hingegen festigte mit dem Erfolg seinen Platz in der Spitzengruppe der Frauen-Bundesliga.
Am kommenden Spieltag empfangen die Kölnerinnen Werder Bremen im heimischen Franz-Kremer-Stadion. Nach der starken Leistung gegen den Serienmeister kann das Team mit Selbstvertrauen in diese Begegnung gehen. «Wenn wir diese Einstellung beibehalten, werden wir bald wieder Punkte holen», zeigte sich Grings optimistisch.