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Nachrichten Lokal > Nachrichten > Hamburg > Freihafenelbbrücke Abriss Hamburg – Stadt muss Brückenpläne neu denken
Hamburg

Freihafenelbbrücke Abriss Hamburg – Stadt muss Brückenpläne neu denken

Julia Becker
Zuletzt aktualisiert: Februar 14, 2026 6:55 am
Julia Becker
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Im Hamburger Hafen bahnt sich ein städtebaulicher Kurswechsel an, der viele Anwohner überrascht. Die Freihafenelbbrücke, ein markantes Wahrzeichen zwischen HafenCity und Veddel, soll abgerissen werden. Diese Entscheidung macht langjährige Planungen für den Brückenumbau hinfällig und wirft Fragen zur Zukunft der Verkehrsverbindung auf.

Die Brücke, die täglich von tausenden Pendlern und zahlreichen Hafenfahrzeugen genutzt wird, ist in die Jahre gekommen. Nach intensiven Untersuchungen stellte sich heraus, dass eine Sanierung wirtschaftlich nicht vertretbar ist. Der Zustand der 1926 erbauten Brücke hat sich schneller verschlechtert als ursprünglich angenommen.

«Die Brücke kann nicht erhalten werden. Wir müssen uns von der ursprünglichen Planung verabschieden», erklärte Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) bei einer Pressekonferenz. «Die Substanz ist zu stark beschädigt, eine Sanierung würde annähernd so viel kosten wie ein kompletter Neubau.»

Diese Entwicklung trifft den Bezirk Hamburg-Mitte unvorbereitet. Jahrelang hatte die Stadt an Konzepten gearbeitet, wie die historische Brücke in die moderne Infrastruktur integriert werden könnte. Besonders für das Stadtentwicklungsprojekt «Grasbrook», das neue Wohn- und Arbeitsviertel südlich der HafenCity, bedeutet dies eine erhebliche Planänderung.

Bezirksamtsleiter Ralf Neubauer (SPD) zeigt sich besorgt: «Wir müssen jetzt schnell Klarheit über die Zukunft der Verbindung zwischen HafenCity und Veddel schaffen. Viele Anwohner sind verunsichert, wie es weitergeht.»

Für die Bewohner der Veddel hat die Brücke eine besondere Bedeutung. Sie ist nicht nur Verkehrsweg, sondern verbindet den eher abgelegenen Stadtteil mit dem Zentrum. Anwohnerin Maria Schmidt beobachtet die Entwicklung mit gemischten Gefühlen: «Die Brücke gehört zu unserem Viertel. Aber natürlich muss die Sicherheit vorgehen. Wichtig ist, dass wir eine gute neue Verbindung bekommen.»

Die Stadt prüft nun verschiedene Optionen für einen Ersatzbau. Dabei steht nicht nur der Autoverkehr im Fokus. «Wir denken den Neubau von Anfang an mit Radwegen, Fußgängerbereichen und eventuell einer Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr», erklärt Tjarks. Dies entspricht dem städtischen Mobilitätskonzept, das auf nachhaltige Verkehrsmittel setzt.

Experten sehen in der Situation auch eine Chance. «Ein Neubau ermöglicht es, moderne Standards umzusetzen und die Verbindung zukunftsfähig zu gestalten», meint Stadtplaner Dr. Thomas Müller. «Allerdings müssen wir den historischen Wert der alten Brücke würdigen. Vielleicht können Elemente in den Neubau integriert werden.»

Die Kosten für den Abriss und Neubau werden auf mindestens 70 Millionen Euro geschätzt. Im Vergleich dazu hätte eine Sanierung etwa 65 Millionen Euro gekostet – bei deutlich geringerer Lebensdauer und eingeschränkter Nutzbarkeit.

Bis der Neubau steht, wird eine provisorische Lösung notwendig. Die Planungsbehörde arbeitet an einem Übergangskonzept, um die Verkehrsverbindung aufrechtzuerhalten. «Wir können die Veddel nicht vom Stadtzentrum abschneiden», betont Neubauer. «Eine temporäre Brücke wird unverzichtbar sein.»

Der Zeitplan sieht vor, dass die Planungen für den Abriss und Neubau innerhalb der nächsten sechs Monate konkretisiert werden. Die Bauarbeiten könnten dann 2025 beginnen und würden voraussichtlich drei bis vier Jahre dauern.

Für die Stadtentwicklung im Hamburger Hafen bedeutet die Entscheidung eine Neujustierung. Die Planungen für den Grasbrook müssen teilweise überdacht werden. Gleichzeitig eröffnet sich die Möglichkeit, die Verkehrsführung neu zu gestalten und den wachsenden Anforderungen anzupassen.

Die Stadt hat angekündigt, die Bürger intensiv in die Neuplanung einzubeziehen. «Wir werden Informationsveranstaltungen durchführen und die Anwohner bei den Planungen mitnehmen», verspricht Tjarks. Eine erste Bürgerveranstaltung ist für Oktober geplant.

Die Geschichte der Freihafenelbbrücke spiegelt die Entwicklung des Hamburger Hafens wider. Als sie 1926 eröffnet wurde, diente sie hauptsächlich dem Gütertransport im Freihafen. Mit dem Strukturwandel im Hafen und der Entwicklung der HafenCity hat sich ihre Bedeutung gewandelt. Nun steht ein weiteres Kapitel bevor – als Symbol für den stetigen Wandel der Hafenstadt.

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Julia ist eine engagierte Reporterin für den Süden Deutschlands mit Schwerpunkt auf München und Stuttgart. Sie schreibt über lokale Kulturveranstaltungen, das wirtschaftliche Stadtleben und Geschichten von Menschen, die ihre Region prägen. Ihre Beiträge zeichnen sich durch Nähe, Empathie und starke persönliche Perspektiven aus.
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