Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat heute eine eindringliche Warnung für München und die umliegenden Gebiete herausgegeben. Seit den frühen Morgenstunden gilt eine amtliche Frostwarnung für die bayerische Landeshauptstadt. Die Temperaturen sind in der Nacht deutlich unter den Gefrierpunkt gefallen und werden laut Meteorologen auch tagsüber kaum ansteigen.
«Die aktuelle Kältewelle ist besonders tückisch, weil sie nach einer relativ milden Periode kommt», erklärt Klaus Müller, Meteorologe beim DWD. «Viele Menschen sind auf diese plötzliche Kälte nicht vorbereitet.» Die Experten messen derzeit Temperaturen von bis zu minus 8 Grad Celsius in München. Im Umland, besonders in Tallagen, können die Werte sogar auf minus 10 Grad sinken.
Die Behörden empfehlen den Münchnerinnen und Münchnern, längere Aufenthalte im Freien nach Möglichkeit zu vermeiden. Falls Sie doch nach draußen müssen, sollten Sie sich warm anziehen. Mehrere Schichten Kleidung, eine Mütze und warme Handschuhe sind jetzt besonders wichtig. «Bei diesen Temperaturen kann es bereits nach kurzer Zeit zu Erfrierungen an ungeschützten Hautpartien kommen», warnt Dr. Sabine Wagner von der Münchner Notfallklinik.
Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder und Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Die Sozialdienste der Stadt haben ihre Hilfsangebote für Obdachlose verstärkt. «Wir haben zusätzliche Schlafplätze in unseren Notunterkünften eingerichtet», sagt Michael Roth vom Sozialreferat. «Niemand sollte bei diesen Temperaturen draußen schlafen müssen.»
Die städtischen Winterdienste sind seit den frühen Morgenstunden im Dauereinsatz. Auf vielen Straßen und Gehwegen hat sich gefährliche Glätte gebildet. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) meldet vereinzelte Verzögerungen im Busverkehr. Bislang fahren S-Bahnen und Trambahnen jedoch ohne größere Probleme.
«Die glatte Fahrbahn hat bereits zu mehreren Unfällen geführt», berichtet Polizeihauptmeister Thomas Beck. «Wir bitten alle Verkehrsteilnehmer um besondere Vorsicht und angepasste Geschwindigkeit.» Autofahrer sollten unbedingt die Winterreifen überprüfen und genügend Abstand zum Vorderfahrzeug halten.
Auch für Hauseigentümer und Mieter bringt der Frost zusätzliche Aufgaben. «Denken Sie daran, frostgefährdete Wasserleitungen zu schützen und Ihre Heizung regelmäßig zu überprüfen», rät Franz Huber von der Münchner Innung für Sanitär- und Heizungstechnik. «Bei Problemen mit der Heizung sollten Sie nicht zögern, einen Fachmann zu rufen.»
Die Frostwarnung gilt laut DWD voraussichtlich bis zum späten Abend. Für die kommende Nacht erwarten die Meteorologen eine leichte Entspannung. «Die Temperaturen werden etwas ansteigen, bleiben aber noch im Minusbereich», sagt Klaus Müller vom DWD. Für das Wochenende prognostizieren die Experten dann eine allmähliche Erwärmung.
Wer in diesen Tagen in München unterwegs ist, sollte regelmäßig die aktuellen Wettervorhersagen prüfen. Die Stadt hat auf ihrer Website einen Bereich mit Verhaltenstipps bei extremer Kälte eingerichtet. Bei gesundheitlichen Notfällen durch Unterkühlung oder Erfrierungen sollte umgehend der Rettungsdienst unter 112 alarmiert werden.