Die wichtige Fußgängerbrücke am Kennedydamm in Düsseldorf ist seit gestern vollständig gesperrt. Bei einer Routineüberprüfung haben Statiker erhebliche Schäden an der Tragstruktur festgestellt, die eine sofortige Schließung erforderlich machten. Laut Stadtverwaltung bestehe ein Sicherheitsrisiko für Passanten.
«Die Schäden an der Brücke sind leider schwerwiegender als zunächst angenommen», erklärt Michael Weber, Leiter des städtischen Bauamts. «Die Korrosion an tragenden Elementen hat ein kritisches Ausmaß erreicht. Eine Nutzung ist derzeit nicht zu verantworten.»
Die etwa 40 Jahre alte Brückenverbindung wird täglich von rund 2.500 Menschen genutzt, besonders Berufspendler und Schüler der nahegelegenen Schulen sind betroffen. Die Brücke verbindet den Stadtteil Golzheim mit dem Geschäftsviertel am Kennedydamm und stellt eine wichtige Querung über die stark befahrene Straße dar.
Für Fußgänger ist nun ein Umweg über die Ampelanlage an der Kreuzung Kennedydamm/Kaiserswerther Straße ausgeschildert. Der Umweg verlängert den Weg um etwa 300 Meter. Die Stadt hat zusätzlich die Ampelschaltung angepasst, um längere Grünphasen für Fußgänger zu ermöglichen.
«Wir wissen, dass diese Sperrung für viele Menschen eine erhebliche Einschränkung bedeutet», sagt Düsseldorfs Verkehrsdezernentin Cornelia Schmidt. «Daher arbeiten wir mit Hochdruck an Lösungen.»
Die Stadtverwaltung prüft derzeit drei Optionen: Eine aufwändige Sanierung der bestehenden Brücke, einen kompletten Neubau oder die Einrichtung eines alternativen ebenerdigen Überwegs mit Ampelanlage. Die Kosten werden je nach Lösung auf 1,2 bis 2,8 Millionen Euro geschätzt.
Besonders betroffen sind die Schülerinnen und Schüler der Marie-Curie-Realschule. Schulleiter Thomas Müller hat bereits reagiert: «Wir haben den Unterrichtsbeginn um zehn Minuten verschoben, damit die Kinder den längeren Weg sicher bewältigen können.»
Auch die Geschäftsleute in den Bürogebäuden am Kennedydamm spüren die Auswirkungen. «Viele Mitarbeiter kommen mit öffentlichen Verkehrsmitteln und nutzen normalerweise diese Brücke», berichtet Sabine Kramer vom Unternehmensverband Kennedydamm. «Die Umwege kosten Zeit und sorgen für Unmut.»
Die Stadt hat angekündigt, bis Ende nächster Woche einen konkreten Zeitplan für das weitere Vorgehen vorzulegen. Bis dahin müssen sich alle Fußgänger auf die Umwege einstellen. Eine provisorische Lösung wird laut Bauamt geprüft, sei aber aufgrund der Straßenbreite und des starken Verkehrs am Kennedydamm nicht einfach umzusetzen.
Anwohner und Berufstätige werden gebeten, mehr Zeit für ihre täglichen Wege einzuplanen. Die Stadtwerke Düsseldorf prüfen zudem eine Verstärkung der Buslinien in diesem Bereich während der Hauptverkehrszeiten.
Ein endgültiges Sanierungskonzept soll in der nächsten Stadtratssitzung vorgestellt werden. Die Bauarbeiten werden nach ersten Schätzungen mindestens sechs Monate in Anspruch nehmen. Die Stadt richtet für Fragen betroffener Bürger eine Hotline ein, die ab Montag unter 0211-8994555 erreichbar sein wird.