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Nachrichten Lokal > Nachrichten > Dortmund > Geheimnisvolles Grab Dortmund Südwestfriedhof: Das Rätsel um Liselotte
Dortmund

Geheimnisvolles Grab Dortmund Südwestfriedhof: Das Rätsel um Liselotte

Julia Becker
Zuletzt aktualisiert: Dezember 26, 2025 7:44 am
Julia Becker
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Auf dem Südwestfriedhof in Dortmund gibt es ein Grab, das die Aufmerksamkeit vieler Besucher auf sich zieht. Es ist die letzte Ruhestätte der kleinen Liselotte, die 1918 im Alter von nur elf Jahren verstarb. Ihr Grabmal unterscheidet sich deutlich von den anderen auf dem historischen Friedhof und wirft bis heute Fragen auf.

Das Besondere an Liselottes Grabstätte ist die lebensgroße Figur eines jungen Mädchens, die auf dem Grab sitzt. Die Steinstatue zeigt ein Kind in nachdenklicher Pose, den Kopf leicht gesenkt, in einem schlichten Kleid. Die Figur strahlt eine stille Trauer aus, die jeden berührt, der an ihr vorbeigeht. Im Gegensatz zu vielen prunkvollen Grabmälern wohlhabender Familien auf dem Südwestfriedhof wirkt Liselottes Grab einfacher, aber gleichzeitig besonders ergreifend.

"Dieses Grab gehört zu den am häufigsten besuchten auf unserem Friedhof", berichtet Friedhofswärter Michael Schulze. "Viele Menschen legen Blumen nieder oder kleine Spielsachen. Die Geschichte der kleinen Liselotte berührt die Herzen der Besucher seit Generationen."

Der Südwestfriedhof wurde 1887 eröffnet und zählt zu den historisch bedeutsamsten Friedhöfen im Ruhrgebiet. Er spiegelt mit seinen unterschiedlichen Grabmälern die Gesellschaftsstruktur des frühen 20. Jahrhunderts wider. Dortmund war damals eine aufstrebende Industriestadt, geprägt von starken sozialen Unterschieden zwischen Arbeiterfamilien und dem wohlhabenden Bürgertum.

Liselottes Tod fiel in eine besonders schwierige Zeit. 1918 war nicht nur das letzte Jahr des Ersten Weltkriegs, sondern auch das Jahr, in dem die Spanische Grippe weltweit Millionen Menschenleben forderte. In Deutschland starben etwa 300.000 Menschen an dieser Pandemie. Ob auch Liselotte ein Opfer der Grippe wurde, ist nicht eindeutig überliefert. Die Sterbeurkunden aus dieser Zeit vermerken oft nur allgemeine Todesursachen wie "Fieber" oder "Lungenentzündung".

Die Geschichte der Familie hinter diesem Grabmal bleibt teilweise im Dunkeln. Aus den wenigen erhaltenen Dokumenten geht hervor, dass Liselotte aus einer Mittelstandsfamilie stammte. Ihr Vater arbeitete vermutlich als Angestellter in einem der größeren Dortmunder Unternehmen. Die Familie muss trotz der wirtschaftlich schwierigen Kriegszeit über ausreichend Mittel verfügt haben, um ein so ausdrucksstarkes Grabmal in Auftrag zu geben.

"Wir wissen, dass die Steinmetzarbeit von einem lokalen Künstler angefertigt wurde", erklärt Dr. Andrea Weber, Historikerin und Expertin für die Geschichte Dortmunds. "Die Qualität der Ausführung deutet auf einen erfahrenen Bildhauer hin, der mit viel Einfühlungsvermögen gearbeitet hat. Besonders bemerkenswert ist, dass die Statue nicht idealisiert wirkt, sondern das Mädchen sehr natürlich und lebensnah darstellt."

Lokalhistoriker haben verschiedene Theorien über die Umstände von Liselottes Tod. Eine Erzählung, die sich hartnäckig hält, berichtet von einem Unfall auf dem Schulweg. Eine andere Version vermutet eine damals unheilbare Krankheit. Mündliche Überlieferungen sprechen auch von einer besonderen Begabung des Mädchens, vielleicht musikalisch oder künstlerisch, die mit ihrem frühen Tod verloren ging.

Die Friedhofsverwaltung berichtet, dass das Grab seit über hundert Jahren regelmäßig gepflegt wird. "Es gab immer wieder Familienmitglieder oder Nachkommen, die sich um die Grabstätte kümmerten", sagt Friedhofsgärtner Peter Müller. "In den letzten Jahrzehnten übernehmen auch ehrenamtliche Helfer diese Aufgabe. Die Verbindung zur kleinen Liselotte reißt nicht ab, obwohl niemand sie persönlich kannte."

Besonders auffällig ist, dass auch heute noch regelmäßig frische Blumen am Grab niedergelegt werden. Manchmal finden sich kleine Zettel mit handgeschriebenen Botschaften oder Gedichten. An besonderen Tagen wie Liselottes Geburtstag oder Todestag – soweit diese Daten bekannt sind – versammeln sich sogar kleine Gruppen von Menschen, um des Mädchens zu gedenken.

Der Südwestfriedhof hat sich in den letzten Jahren zu einem kulturhistorischen Ort entwickelt. Führungen bringen Besuchern die Geschichte Dortmunds näher, und Liselottes Grab ist dabei ein fester Bestandteil. "Wir nutzen diese Grabstätte, um über das Leben von Kindern in der damaligen Zeit zu sprechen", erläutert Stadtführerin Martina Klein. "Kindheit war vor hundert Jahren mit ganz anderen Risiken verbunden als heute. Krankheiten, die heute leicht behandelbar sind, bedeuteten damals oft ein Todesurteil."

Die Geschichte von Liselotte steht stellvertretend für viele Kinderschicksale jener Zeit. Die Kindersterblichkeit war zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch erschreckend hoch. In Dortmund, wie in anderen Industriestädten, verschärften die schlechten Lebensbedingungen vieler Familien die Situation zusätzlich.

"Jedes Mal, wenn ich an diesem Grab vorbeikomme, halte ich einen Moment inne", erzählt die 76-jährige Anwohnerin Helga Brinkmann. "Meine Großmutter hat mir schon als Kind von der kleinen Liselotte erzählt. Das Grab erinnert uns daran, wie kostbar und gleichzeitig zerbrechlich das Leben ist."

Der Dortmunder Stadtarchivar Johannes Schmidt hat in alten Zeitungsberichten nach Hinweisen zu Liselottes Geschichte gesucht. "Wir haben tatsächlich einen kurzen Nachruf in einer Lokalzeitung von 1918 gefunden. Er erwähnt ein Mädchen, das von allen geliebt wurde und viel zu früh aus dem Leben scheiden musste. Die Details sind spärlich, aber die tiefe Trauer der Familie ist spürbar."

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich um Liselottes Grab auch ein gewisser Volksglaube entwickelt. Einige Dortmunder erzählen, dass das Berühren der steinernen Hand des Mädchens Glück bringen soll. Andere berichten von einem besonderen Frieden, den sie an diesem Ort empfinden. Solche Geschichten zeigen, wie Erinnerungsorte im kollektiven Gedächtnis einer Stadt weiterleben und neue Bedeutungen annehmen können.

Das geheimnisvolle Grab der kleinen Liselotte bleibt ein besonderer Ort auf dem Dortmunder Südwestfriedhof. Es verbindet Geschichte und Gegenwart, erinnert an vergangene Zeiten und berührt auch heute noch die Herzen der Menschen. In einer sich ständig wandelnden Stadt wie Dortmund stellt es einen Punkt der Beständigkeit dar – ein steinernes Zeugnis für die Liebe einer Familie zu ihrem viel zu früh verstorbenen Kind.

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VonJulia Becker
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Julia ist eine engagierte Reporterin für den Süden Deutschlands mit Schwerpunkt auf München und Stuttgart. Sie schreibt über lokale Kulturveranstaltungen, das wirtschaftliche Stadtleben und Geschichten von Menschen, die ihre Region prägen. Ihre Beiträge zeichnen sich durch Nähe, Empathie und starke persönliche Perspektiven aus.
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