Article – Der Winter zeigt sein wechselhaftes Gesicht in diesen Januartagen. Erst gestern stand ich fröstelnd an der Bushaltestelle, während Eisregen die Straßen in gefährliche Rutschbahnen verwandelte. «Das ist nur der Anfang einer turbulenten Wetterwoche», warnte mir ein Kollege vom Wetterdienst. Die kommenden Tage versprechen eine regelrechte Achterbahnfahrt der Temperaturen.
Nach dem gefährlichen Eisregen, der besonders in Mitteldeutschland für glatte Straßen sorgte, können wir aufatmen. Die Kaltfront zieht ostwärts weiter. Prof. Dr. Karsten Schmidt vom Deutschen Wetterdienst erklärt: «Wir erleben einen klassischen Luftmassenwechsel. Die arktische Kaltluft wird von atlantischen Strömungen verdrängt.» Diese Entwicklung bringt uns wärmere Temperaturen. Statt Minusgraden erwarten uns bald wieder Werte um die 10 Grad.
Gestern musste ich noch mit Spikes unter den Schuhen zum Bäcker laufen. Morgen könnte der dicke Wintermantel schon wieder im Schrank bleiben. Diese raschen Wechsel spüre ich auch in meinen Gelenken. In München sollen die Temperaturen bis zum Wochenende sogar auf frühlingshafte 12 Grad klettern. Das Winterwunderland verwandelt sich in Matschwüste.
Die Wetterkapriolen nehmen zu. Klimaforscher sehen darin ein Muster des Klimawandels. Extreme Schwankungen werden häufiger. Während ich diese Zeilen schreibe, taut draußen der letzte Schnee. Die Eiszapfen tropfen von den Dachrinnen. Der Winter zieht sich zurück – zumindest vorerst. Doch Meteorologen warnen: Der Februar könnte uns nochmal überraschen. Der Winter gibt sein letztes Wort noch nicht so schnell preis.