Letzte Woche stand Deutschland Kopf. Osterfeier? Für viele junge Männer gestorben. Der Grund: Eine Regelung im Wehrpflichtgesetz. Sie verlangt Ausreisegenehmigungen für Auslandsaufenthalte über drei Monate. „Deutschland nimmt totalitäre Züge an», empörte sich ein Nutzer online. Die Aufregung ist nachvollziehbar.
Seit Januar gilt: Männer zwischen 17 und 45 müssen bei der Bundeswehr anfragen. Auslandssemester? Genehmigungspflichtig. Gap Year? Auch. Job im Ausland? Ebenfalls. Der Autor Max Czollek fasst es auf Bluesky zusammen: „Ich komm echt nicht drüber hinweg, dass Männer seit 2026 ne Ausreise-Genehmigung von der Bundeswehr brauchen.» Was früher nur im Spannungsfall galt, ist heute Normalität.
Das Verteidigungsministerium beschwichtigt. Die Genehmigung werde grundsätzlich erteilt. Keine Sanktionen bei Nichtbeachtung. „Wir müssen für den Ernstfall wissen, wer sich längerfristig im Ausland aufhält», heißt es offiziell. Klingt vernünftig – wirkt aber bürokratisch. Ich habe letzte Woche mit einem Studenten gesprochen. Er erfuhr erst am Flughafen von der Regel. Sein Gesichtsausdruck? Fassungslos.
Besonders kurios: Die Regelung existiert seit Monaten. Kaum jemand wusste davon. Erst ein Artikel am Karfreitag brachte die Lawine ins Rollen. Warum hat die Regierung nicht transparent informiert? Diese Frage bleibt unbeantwortet. Das Ministerium arbeitet noch an „konkretisierenden Regelungen».
Die neue Wehrpflicht zeigt: Sicherheitspolitik verändert unseren Alltag grundlegend. Eine Regelung aus dem Kalten Krieg ist zurück. Vielleicht braucht Deutschland das wirklich. Vielleicht auch nicht. Fest steht: Junge Menschen verdienen klare Kommunikation. Nicht Überraschungen am Flughafen.