Der Wintereinbruch hat uns kalt erwischt. Heute Morgen verwandelten sich viele Straßen in Norddeutschland in gefährliche Rutschbahnen. Besonders in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern herrscht akute Glättegefahr. Der Deutsche Wetterdienst warnt eindringlich vor überfrierender Nässe und Schneematsch auf Straßen und Gehwegen.
Auf der A7 bei Bad Bramstedt kam es bereits zu einer Unfallserie mit mehreren Verletzten. «Die Situation ist äußerst gefährlich. Wir raten dringend zu besonderer Vorsicht oder, wenn möglich, zuhause zu bleiben», erklärt Polizeisprecher Jan Müller. In Hamburg zählte die Polizei seit den frühen Morgenstunden über 25 glättebedingte Unfälle. Gestern Abend erlebte ich selbst, wie mein Auto an einer Kreuzung bedenklich ins Rutschen geriet. Der Schreckmoment sitzt noch in meinen Knochen.
Besonders tückisch: Die Temperaturen schwanken um den Gefrierpunkt. Was zunächst wie harmloser Regen erscheint, verwandelt sich blitzschnell in spiegelglatte Flächen. Auch Fußgänger sind gefährdet. Die Krankenhäuser berichten von zahlreichen Sturzverletzungen. Streudienste arbeiten auf Hochtouren, kommen aber kaum hinterher.
Der Winter zeigt sich von seiner unberechenbaren Seite. Experten erwarten, dass die Glättegefahr bis mindestens morgen anhält. Vielleicht sollten wir diesen plötzlichen Kälteeinbruch als Erinnerung verstehen: Die Natur lässt sich nicht in unsere Terminkalender zwängen. Und manchmal zwingt sie uns zur Entschleunigung – ob wir wollen oder nicht.