Essen erlebt derzeit einen digitalen Meilenstein. In den Stadtteilen Altendorf, Frohnhausen und Holsterhausen bringt die Deutsche Glasfaser das schnelle Internet in tausende Wohnungen. Nach erfolgreicher Nachfragebündelung profitieren bald 13.700 Haushalte von der modernen Infrastruktur.
Der Ausbau hat bereits im März dieses Jahres begonnen. Die Tiefbauarbeiten zeigen erste Fortschritte, wie man an vielen Straßenabschnitten sehen kann. Die leuchtend orangefarbenen Absperrungen und Baufahrzeuge prägen derzeit das Stadtbild in den westlichen Stadtteilen.
«Die Anwohner zeigen viel Verständnis für die vorübergehenden Unannehmlichkeiten», berichtet Projektleiter Michael Schmidt. «Sie wissen, dass diese Arbeiten notwendig sind, um Essen fit für die digitale Zukunft zu machen.» Die Baustellen werden nach einem durchdachten Plan durch die Wohngebiete geführt, um Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.
Die ersten Haushalte sollen bereits im Sommer 2024 ans Netz gehen. Die vollständige Fertigstellung des Projekts ist für Ende 2024 geplant. Das Besondere: Die Glasfaserleitungen werden bis direkt in die Wohnungen verlegt, was als «Fiber to the Home» (FTTH) bezeichnet wird.
Für die Anwohner bedeutet der Ausbau zunächst Geduld. «Wir versuchen, die Bauarbeiten so zügig und störungsarm wie möglich durchzuführen», erklärt Oberbauleiter Klaus Weber. «Aber ohne das Öffnen von Straßen und Gehwegen geht es leider nicht.»
Der technische Fortschritt lohnt jedoch die temporären Einschränkungen. Mit Glasfaser sind Internetgeschwindigkeiten von bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde möglich – ein Vielfaches dessen, was herkömmliche Kupferkabel leisten können. Besonders für Familien mit mehreren Nutzern, Homeoffice-Arbeiter und Streaming-Fans bedeutet dies einen enormen Vorteil.
Auch die Stadtentwicklung profitiert, wie Wirtschaftsdezernentin Claudia Müller betont: «Die digitale Infrastruktur ist heute ein entscheidender Standortfaktor. Mit dem Glasfaserausbau stärken wir Essen als Wohn- und Wirtschaftsstandort nachhaltig.»
Die Stadt hat das Projekt von Anfang an unterstützt. In mehreren Bürgerversammlungen wurden die Anwohner über die Planungen informiert. Das Bauamt begleitet die Arbeiten, um sicherzustellen, dass alle Vorschriften eingehalten werden und die Wiederherstellung der Straßen ordnungsgemäß erfolgt.
Viele Hausbesitzer haben die Chance genutzt, während der Nachfragebündelungsphase einen kostenlosen Hausanschluss zu erhalten. Wer jetzt noch einsteigen möchte, kann dies tun – allerdings fallen nun Anschlusskosten an, die je nach Entfernung zur Straße zwischen 750 und 2.000 Euro liegen können.
«Die Investition lohnt sich langfristig», sagt Immobilienexperte Thomas Kramer. «Häuser mit Glasfaseranschluss erzielen nachweislich höhere Verkaufspreise und Mieten. Zudem steigt der Wohnkomfort erheblich.»
Die lokale Wirtschaft freut sich ebenfalls. Besonders kleine und mittlere Unternehmen in den ausgebauten Gebieten können von den schnelleren Verbindungen profitieren. «Für uns bedeutet Glasfaser, dass wir endlich große Datenmengen ohne Wartezeiten verschicken können», erklärt Grafikdesignerin Sabine Neumann aus Frohnhausen.
Auch für ältere Bewohner bietet der Ausbau Vorteile. Telemedizin und digitale Pflegeangebote funktionieren zuverlässiger mit stabilen Internetverbindungen. Zudem können Videotelefonie mit Verwandten und Streaming-Angebote ohne Unterbrechungen genutzt werden.
Die Deutsche Glasfaser hat eine lokale Anlaufstelle in der Altendorfer Straße eingerichtet. Dort können Anwohner Fragen stellen und sich beraten lassen. Zusätzlich gibt es eine Hotline und regelmäßige Informationsveranstaltungen in den Stadtteilen.
Die Stadt Essen sieht den Glasfaserausbau als wichtigen Baustein ihrer digitalen Strategie. Bis 2030 sollen möglichst alle Haushalte im Stadtgebiet Zugang zu Glasfaserinternet haben. Dafür arbeitet die Stadt mit verschiedenen Anbietern zusammen.
Für die 13.700 Haushalte in Altendorf, Frohnhausen und Holsterhausen ist die digitale Zukunft bereits greifbar nah. Wer mehr über den aktuellen Stand der Bauarbeiten erfahren möchte, kann sich auf der Website der Deutschen Glasfaser oder bei der städtischen Informationsstelle für Breitbandausbau informieren.