Die Winterkälte hält Berlin und Brandenburg weiter fest im Griff. Nach den ersten eisigen Tagen mit zahlreichen Unfällen und Behinderungen im Verkehr warnt der Deutsche Wetterdienst nun erneut vor gefährlichem Glatteis in der Region. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben bereits Vorkehrungen getroffen, um auf die schwierigen Straßenverhältnisse zu reagieren.
«Wir nehmen die Wetterwarnungen sehr ernst», erklärt BVG-Sprecherin Petra Nelken. «Die Sicherheit unserer Fahrgäste und Mitarbeiter hat absolute Priorität.» Die BVG hat bereits zusätzliche Streufahrzeuge in Bereitschaft versetzt und Streusalz-Vorräte an wichtigen Knotenpunkten des Nahverkehrsnetzes positioniert.
Für die kommenden Tage rechnen Meteorologen mit Temperaturen um den Gefrierpunkt und zeitweise gefrierendem Regen. Besonders in den frühen Morgenstunden und nach Sonnenuntergang sei die Gefahr von spiegelglatten Straßen und Gehwegen am größten. Der Deutsche Wetterdienst hat eine amtliche Warnung herausgegeben, die voraussichtlich bis zum Wochenende gilt.
Die Berliner Stadtreinigung (BSR) bereitet sich ebenfalls intensiv vor. «Unsere Winterdienstfahrzeuge sind rund um die Uhr im Einsatz», sagt BSR-Sprecher Thomas Klöckner. «Wir konzentrieren uns auf Hauptverkehrsstraßen, Bushaltestellen und wichtige Fußgängerüberwege.»
In den vergangenen Tagen kam es bereits zu zahlreichen glättebedingte Unfällen in der Region. Die Berliner Feuerwehr verzeichnete einen deutlichen Anstieg von Einsätzen wegen Sturzverletzungen. Auch die Rettungsdienste in Brandenburg meldeten eine erhöhte Zahl von Notrufen.
Die BVG empfiehlt Fahrgästen, mehr Zeit für ihre Wege einzuplanen und besonders vorsichtig zu sein. «Auf einzelnen Linien kann es zu Verspätungen oder Ausfällen kommen», warnt Nelken. Besonders betroffen könnten Buslinien in Außenbezirken sein, wo die Straßen nicht so schnell geräumt werden.
Neben dem Nahverkehr ist auch der Fernverkehr betroffen. Die Deutsche Bahn bittet Reisende, sich vor Fahrtantritt über mögliche Verspätungen zu informieren. Auf den Berliner Flughäfen könnte es ebenfalls zu Verzögerungen kommen, da Start- und Landebahnen regelmäßig enteist werden müssen.
Gesundheitsexperten raten besonders älteren Menschen, wenn möglich zu Hause zu bleiben. «Bei Glatteis steigt das Sturzrisiko erheblich«, erklärt Dr. Sabine Weber von der Berliner Charité. «Hüftfrakturen und andere schwere Verletzungen können die Folge sein.»
Die Berliner Polizei appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, ihre Fahrweise anzupassen. «Langsam fahren, Abstand halten und vorausschauend fahren», empfiehlt Polizeisprecher Martin Schmidt. «Und bitte die Winterreifen nicht vergessen – sie sind bei diesen Bedingungen Pflicht.»
Für Fußgänger gilt: Rutschfeste Schuhe tragen, kleine Schritte machen und sich wenn möglich an Geländern festhalten. Die BSR erinnert zudem Hauseigentümer an ihre Pflicht, Gehwege vor ihren Grundstücken zu räumen und zu streuen.
Wie lange die Glätte andauern wird, ist noch unklar. Meteorologen erwarten eine leichte Entspannung zum Wochenende hin, wenn die Temperaturen wieder leicht steigen sollen. Bis dahin heißt es: Vorsicht auf Berlins und Brandenburgs Straßen.